Ein Blick zurück…

Am 03. März 2012 um 12.43 Uhr mitteleuropäische Zeit setzen wir unsere Füße wieder auf deutschen Boden. Die Gefühle, die wir haben, sind nur schwer beschreibbar. Nach der wie immer spannenden Warterei auf unser Gepäck treten wir in Düsseldorf durch die Schiebetür, die fast symbolisch wie eine sich öffnende Wand zwischen wehmütigen Gedanken an das Ende einer traumhaften Reise und der Wiedersehensfreude auf Familie und Freunde steht. Noch können wir nicht so richtig fassen, dass es das nun war…

unsere gefahrene Route

 

Heute, 3 ½ Wochen später ist wie erwartet immer noch keine Alltag eingekehrt. Wir können es nicht lassen und tingeln hier im für uns trotz erster Sonnenstrahlen kalten Deutschland zwischen verschiedenen Unterkünften hin und her 😉

Ein Resümee

Rund 3500 km mit einem Mietwagen und 48000 km mit unserem Syncro sind wir 337 Tage teilweise unter extremen Bedingungen durch 5 ½  Länder Europas, 2 ½ Länder Vorderasiens, 13 Länder Ost- und Südafrikas gefahren (die Türkei ist halb/halb gezählt). Es ging durch 50°C heiße Wüsten-gebiete, durch Wasser-gräben, über 3°C kalte holprige Bergpässe. Wir überquerten den Äquator zweimal mit eigener Motorleistung und einmal wurden wir von einem Matatu rübergeschleppt. Mehrere Male passierten wir den Tropic of Capricorn (den Wendekreis des Steinbocks), also die Grenze zwischen gemäßigten Breiten und den Tropen.

Zwei Motorschäden und ein explodierter Kühlwassertank haben uns insgesamt 51 Tage nervenaufreibender Wartezeit gekostet und der Spruch „Hätte der Hund nicht gesch%&$, …“ hat für uns durch den aufgeschobenen Ölwechsel auf Grund der Abortwahl von Wim´s Haustieren in Addis Abeba und dem später schlappmachenden Turbolader eine ganz realistische Bedeutung bekommen. Widererwarten haben wir nur zwei Reifenpannen zu beklagen und das nach rund 38000 gefahrenen Kilometern! In Uganda haben wir neue Stoßdämpfer bekommen und in Südafrika neue Federn auf der Hinterachse. Insgesamt verbrauchten wir 5000 Liter Diesel, haben uns zweimal festgefahren, die mitgeschleppten Sandbleche kamen jedoch nicht zum Einsatz.

Der tiefste Punkt unserer Reise lag in Jordanien am Toten Meer fast 400m unter Normal Null, der höchste in den äthiopischen Simien Mountains auf fast 4000m. Der südlichste Punkt, den wir erreicht haben war das Kap Agulhas.

Wir hatten an keinem Grenzübergang nennenswerte Schwierigkeiten, der anstrengendste war sicherlich die Einreise nach Ägypten, der einfachste von Namibia nach Südafrika. Den lustigsten Grenzer hatten wir bei der Einreise nach Jordanien, den unfreundlichsten eindeutig am Grenzeingang nach Ruanda. Drei Grenzen überquerten wir auf dem Wasser wobei die Fahrt von Sambia nach Botswana die entspannteste war. Wir erinnern uns trotzdem mittlerweile mit lachenden Augen gerne an die Fahrten nach und aus Ägypten. Plötzlich völlig allein unter zig betenden Muslimen war wohl der beängstigte Grenzübergang (jedenfalls für mich) und die Fahrt über den Nasser Stausee der spektakulärste.

Von 337 Nächten schliefen wir 273 campender Weise im Bus oder Zelt, 33 im Hotel, 19 im Busch, 2 auf Schiffen, 1 im Bus, 5 an Tankstellen und 4 bei Freunden. Das abschreckenste „Hotel“ war mit Abstand das Definetood in Wadi Halfa, zwei der nettesten Campingplätze bezogen auf „Tierbesuch“ das „Croc Valley Camp“ am South Luangwa Nationalpark in Sambia und das Molema Bushcamp im Tuli Block in Botswana. Herrlich abschalten konnte man am Tiwi Beach, dem Camp, das direkt am indischen Ozean liegt. Als Frau habe ich die arabischen Toiletten zu schätzen gelernt, da sie im Vergleich zu diversen europäischen Modellen am hygienischsten waren. Wir haben gelernt, das „Frühstück inklusive“ ein weit dehnbarer Begriff ist und man nie ausgehungert in Afrika Essen gehen sollte, da man gut und gern mal eine ganze Stunde auf das Essen warten muss. Mit unserem Budget von 60 Euro am Tag für Essen, Unterkunft, Sprit und Freizeitaktivitäten sind wir ohne Probleme hingekommen. Hinzu kommt noch das Verschiffen des Syncros, unsere Flüge und selbstverständlich die beiden Motorschäden.

Wir werden oft gefragt „ wo war es am Schönsten?“ Darauf können wir leider keine Antwort geben, denn jedes Land hatte seine Highlights. In Jordanien das Wadi Rum, Ägypten´s Abu Simbel und die weiße Wüste, Uganda´s Menschen, Malawi mit seinem wunderschönen azurblauen See inklusive weißem Sandstrand, Botswana als Land, Namibia mit seinem traumhaft wilden Norden und und und… Zu keinem Zeitpunkt haben wir uns ernsthaft bedroht gefühlt trotz aller militärischen Straßensperren oder Rinderhirten mit ihren AK47. Es hört sich vielleicht blöd an, aber man gewöhnt sich irgendwie daran.

Zu den schönsten Begegnungen mit den Einheimischen gehörte definitiv die Kaffeezeremonie bei der kleinen Familie in den Simien Mountains von Äthiopien, der Besuch des Turkanavolkes inklusive Gesangständchen der vielen vielen Kinder und die Wanderung zum Wasserfall in Malawi, bei der wir von süßen kleinen „Locals“ begleitet wurden.

Die lustigste Tierbegegnung war bestimmt das in-Jens-T-Shirt-nach-Futter-suchende kleine Chimpansenmädchen  Christine. Die beängstigte Gegenüberstellung von Mensch und Tier war für mich die Konfrontation mit diversen grantigen Elefanten, für Jens wohl der auf ihn zurasende Löwe in Botswana. Eine sicherlich einzigartige Begegnung hatten wir mit den Berggorillas. Das Kharma Sanctuary bescherte uns den schlafraubensten tierischen Besuch, in dem uns ein salzhungriges Kudu das ganze Bulliheck abschleckte. Herzklopfen gabs, als uns auf einem Spaziergang ein ausgewachsener Rhino-Mann aus nur 15m in die Augen blickte.

 

 

Wir haben unserem Syncro viel zugemutet. Er musste sich nicht nur durch staubtrockenen heißen Wüstensand kämpfen, sondern auch nur wenige Meter an Flusspferden vorbei einige Wasserdurchfahrten absolvieren. Zu überquerende Brücken waren nicht nur einmal als solches nicht mehr zu erkennen und sogenannte Straßen bestanden eigentlich überwiegend aus Schlaglöchern (von nicht selten 50cm Tiefe und 1m Durchmesser). Nicht selten bestand der Weg nur aus einer Ansammlung von großen groben Steinen oder nacktem Fels. Der 1,6 Liter kleine Motor musste zeitweise etwa 3 Tonnen vorwärtsbewegen und wurde manchmal bis zur Erschöpfung von Mensch und Maschine weitergetrieben.

Die Zeit mit unseren Mitreisenden war natürlich eine der schönsten Abschnitte unserer Reise. Das Schicksal hat uns so oft mit Katharina und Ingmar zusammengebracht, dass sie für etwa 3 Monate fast fester Bestandteil unserer Abende waren. Ralph und Martijn haben uns viele lustige Momente beschert, mit ihrer holländischen Ehrlichkeit, zusammen mit dem britischen Humor unseres Landrover Freundes Gary, hat die gemeinsame Zeit einfach nur Spaß gemacht. Auch die Bekanntschaften mit den Österreichern Michi und Tom, den Freisingern Kathi und Ferdi und den Wahlschwaben Lilli und Stephan werden wir nicht vergessen und haben uns fest vorgenommen, den Kontakt aufrecht zu erhalten.

Zu guter Letzt noch ein fettes Dankeschön an alle unsere fleißigen Kommentarschreiber! Ihr habt uns die Bestätigung gegeben, dass wir unsere Berichte nicht  nur für uns als Erinnerung verfasst haben, sondern dass Ihr auch Interesse an unserer Reise hattet und wirklich mitgefiebert habt… Wir werden noch lange von unseren Erlebnissen zehren und das letzte Jahr nie vergessen. Wir haben uns persönlich weiterentwickelt und viele Erfahrungen gesammelt, die uns auch in unserem weiteren Leben beeinflussen werden.

Auch die schönsten Abenteuer haben mal ein Ende…

23.02-02.03.2012

Durban hat sogar eine ganze Menge zu bieten. Vor allem einen bunten Mix aus Kulturen und eine wirklich schöne Lage am indischen Ozean. Man kann sich die Zeit in der “uShaka Marine World“ vertreiben, einer Mischung aus Aquarium und Wasserrutschenpark, oder sich Moscheen und Hare Krischna Tempel anschauen, oder schlendert durch den Victoria Street Market, auf dem man in arabischer Manier einfach alles kaufen kann. 201-victoria-street-marketUnd hinter dem Markt kann man dann noch in einen echten afrikanischen Flohmarkt eintauchen und seine Wehwehchen von traditionellen Heilern und Voodoo Frauen heilen lassen. Und wer will kann sich hier auch seine Medizin selber zusammenstellen, angefangen bei Baumrinde bis hin zu undefinierbaren Körperteilen irgendwelcher exotischen Tiere. Bestimmt nicht immer ganz legal und auf gar keinen Fall immer appetitlich! Wir stellen also fest, dass Durban im Grunde eigentlich ein ganz nettes Städtchen ist. Somit hätten wir uns also eine schlechtere Basis für unsere letzten Tage auf dem afrikanischen Kontinent aussuchen können.

Leider ist es dann irgendwann einmal tatsächlich so weit. Der 27. Februar ist unser Stichtag für die Abgabe unseres Syncros bei der Spedition, die sich um die Verschiffung kümmern wird. Die netten Angestellten von Hellmann in Durban nehmen uns freundlich in Empfang und interessieren sich fast mehr für die Geschichte unserer Reise, als für die eigentlichen Details der Verschiffung. Aber wir fühlen uns bei ihnen ganz gut aufgehoben. Wir überreichen ihnen Schlüssel und Carnet und müssen unser drittes Teammitglied dann wirklich ganz alleine zurück lassen. Ein merkwürdiger Moment, den wir aber so schnell wie möglich hinter uns lassen wollen.

Da es bereits früher Nachmittag ist, werden wir heute nicht mehr allzu weit fahren. Mit unserem winzig kleinen Mietauto schaffen wir es bis nach Pietermaritzburg, wo wir in einem Backpackers unterkommen. Hier müssen wir erst mal die Herbergsmutter ins Krankenhaus bringen, da die sich nämlich den Fuß verknackst hat. Tags drauf schauen wir uns in der Nähe von Dundee eines der bedeutendsten Schlachtfelder in der Südafrikanischen Geschichte an. Und davon gibt es ja leider mehr als genug. 203-am-blood-riverAm Blood River standen sich im 19ten Jahrhundert etwa 800 holländisch stämmige Siedler und so ungefähr 16 000 Zulu Krieger gegenüber. An der Stelle steht heute ein Monument aus über 60 original großen Kutschen in Bronze gegossen, in der Art wie sie die Siedler (Vortrekker) zu der Zeit benutzten. Und zwar aufgestellt in der Formation, die damals als “Laager“ bezeichnet wurde, in einem großen Kreis mit einem Umfang von fast 400 Metern. Wie es zu der Auseinandersetzung kam erzählen zwei Museen. Einmal aus der Sicht der Siedler und einmal aus der Sicht der Zulu. Dabei gehen die Meinungen der beiden Seiten ein wenig auseinander. Fakt ist aber, das Fortuna an diesem tragischen Tag sich wohl eher für die Seite der Siedler entschieden hat. Denn obwohl das Verhältnis etwa 20 zu 1 zugunsten der Zulu stand, lagen am Ende des Tages mindestens 4 000 tote schwarze Krieger im Gras der Steppe und im Wasser des Blood River (was wohl die Namensentstehung erklären dürfte), während die weißen Eindringlinge keine nennenswerten Verluste zu beklagen hatten.

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Mit einer leichten Gänsehaut fahren wir zurück nach Dundee, wo wir auf einem sehr schönen Campingplatz untergekommen sind. Wir schlagen unser Zelt an einem kleinen See auf und beobachten die Blessböcke, die keine 5 Meter daneben grasen. Leider zünden wir auch zum letzten Mal auf unserer Reise den Grill an.

207-sowetoAm nächsten Morgen starten wir dann durch in Richtung Johannes-burg. Zwei Nächte bleiben uns noch bis zum Abflug. Die erst davon verbringen in einem Backpackers, das von einem sehr enthusiastischen jungen Mann geführt wird. Zum ersten Mal müssen wir auf Grund eines ausgebuchten Campingbereiches die Unterbringung in einem Gemeinschaftsraum zusammen mit vier anderen Gästen in Kauf nehmen. Und dankenswerter Weise auch zum letzten Mal. Für die letzte Übernachtung sind wir bei Oscar eingeladen, dem Syncrofahrer, den wir vor fast genau drei Monaten im Kalagadi Transfrontier Park kennen gelernt hatten. Da wir dazu unsere ganzen Campingklamotten nicht mehr brauchen, gehen wir erst mal auf dem nahe gelegen Holzhandwerkermarkt shoppen. Dabei bezahlen wir nicht in klingender Münze, sondern mit Schlafsack, Kopfkissen und Co. Die Schnitzer und Maler sind mehr als interessiert und das Aushandeln des Gegenwertes eines Schlafsacks macht richtig Laune. Und so erklären wir am Boden kauernd die Funktionsweise unserer selbst aufblasenden Luftmatratze, während ein paar andere weiße Touristen kopfkratzend daneben stehen. Aber von diesem Deal profitieren schließlich beide Seite. Die Künstler sind happy über die Tauschwaren und wir müssen weniger Ballast mit ins Flugzeug schleppen. Nachdem wir beinahe alle unsere alten Sachen eingetauscht haben, fahren wir für den Nachmittag noch in den Gold Reef City Vergnügungspark. Eine Mischung aus Heidepark Soltau und Cloppenburger Museumsdorf, in dem sich alles um die Goldgewinnung dreht, dem Edelmetall, dem Johannesburg seine Entstehung verdankt. Schließlich brechen wir dann auf zu Oscar. Das Haus ist nicht ganz einfach zu finden und der Einlass in die Wohngegend ist nur für geladene Gäste gestattet. Man muss nämlich an einer Schranke vorbei an der ein Sicherheitsmann erst einmal bei demjenigen anruft, den man besuchen möchte. Erst wenn der zustimmt darf man durchfahren. Eher Alltag denn Ausnahme in Johannesburg und für uns immer noch etwas merkwürdig. Oscar wohnt Tür an Tür mit seinen Eltern und auch Jane ist gerade mal wieder in Südafrika. Da auch der Herr Papa enthusiastischer Syncro Fahrer ist, gibt es natürlich zunächst nur ein Thema. Unsere Reise und die Probleme mit dem Auto. Und da gibt es ja einiges zu berichten.

Und dann ist er leider da, der unvermeidliche Tag des Abflugs. “Urplötzlich“ stehen wir am Flughafen in Jo-Burg. Und dabei waren wir doch beinahe erst gestern los gefahren. Wir stellen wehmütig fest, dass ein Jahr zwar ganz schön lang ist, aber auch unglaublich schnell vorbei fliegen kann. Vor allem, wenn so viel passiert. Unglaublich viele Erinnerungen schwirren uns durch den Kopf. Auch wenn wir unbestritten das ein oder andere Mal etwas Pech hatten, sind doch die meisten davon auf der positiven Seite zu finden. Weder hatten wir gesundheitliche Probleme, noch haben wir uns zu irgendeinem Zeitpunkt ernsthaft bedroht gefühlt. Wir hatten unglaubliche Begegnungen mit Mensch, Tier und Natur aus denen wir viel lernen konnten. Unser Afrikaabenteuer geht leider zu Ende. Aber dafür warten zu Hause neue Aufgaben auf uns. Zunächst einmal müssen wir uns allerdings erst wieder an lange Kleidung, feste Schuhe und tiefe Temperaturen gewöhnen. Mal schauen wie lange es da dauert, bis wir uns wieder zurücksehnen auf die holprigen und staubigen Straßen des schwarzen Kontinentes….

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Bis wir uns wieder sehen

Auf den letzten Metern…

14.02. – 22.02.2012

Da unsere Pechsträhne aus irgendeinem Grund offensichtlich nicht abzureißen scheinen möchte, planen wir den Rest unserer Route so, dass unser Auto dabei bestmöglich geschont wird. Das heißt, die “Rolling Hills“ von Swasiland bleiben von uns unerforscht und wir schlagen den Weg in Richtung Tiefland ein. Alles, was auf der Landkarte auch nur im Entferntesten nach Bergland aussieht, wird von uns gemieden. Speziell im Swasiland sehr schade. Aber unsere oberste Priorität heißt von nun an: Das Auto in einen sicheren Hafen bringen. Und der heißt Durban und ist nur noch wenige hundert Kilometer entfernt. Und entlang des Indischen Ozeans können wir ganz entspannt Südafrikas größter Hafenstadt entgegenrollen. Durchs Swasiland rollen wir aber offensichtlich eine Spur zu schnell. Denn kurz vor der Grenze winkt uns eine fleißige Polizistin raus. Wir waren zu schnell, lautet ihr Urteil. Und in der Tat war uns das “60“ Schild nicht aufgefallen und da lagen wir drüber, das können wir nicht bestreiten. Aber über die uns vorgeworfenen 88 km/h können wir nur milde lächeln, denn auf dem Tempo hatten wir den Bulli schon länger nicht mehr. Da das Ticket allerdings nur 6 Euro kosten soll, argumentieren wir nicht lange, zahlen und fahren weiter. Und auf der Fahrt durch Swasiland stellt sich beinahe mal wieder so etwas wie Afrikafeeling ein. Links rechts der Straße liegen Zuckerrohrfelder soweit das Auge reicht, ab und zu unterbrochen von kleinen Rundhüttendörfern. Kurze Zeit später steht uns dann aber schon der letzte innerafrikanische Grenzübertritt bevor. Wir reisen aus dem Swasiland aus und nach Südafrika wieder ein. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten und findet in vollklimatisierten Räumen statt. Ohne Afrikafeeling. Von der Grenze fahren wir heute nur noch bis zum nicht weit entfernten Hluhluwe Park (sprich:Schluschlui), oder besser bis zum Backpackers kurz vor der Parkgrenze. Der Hluhluwe wird als einer der schönsten Nationalparks Südafrikas gehandelt und ist natürlich in unserer Wildcard enthalten. Wie es bei uns so Brauch geworden ist, brechen wir natürlich in aller Frühe auf, um noch eine Chance zu haben, die Raubtiere im Park zu beobachten. 184-rosenkavalierDer Park ist wirklich sehr schön gelegen. Allerdings sehen wir nicht gerade das Allermeiste vom Hluhluwe und Umfolozi (dem zweiten Teil des Parks), da es uns zu bergig wird. Da wir beschlossen haben, alles was den Motor auf Temperatur bringen könnte zu vermeiden, sparen wir es uns, das Auto die Hügel hoch und runter zu scheuchen und verlassen den Park schon eineinhalb Stunden nachdem wir hinein gefahren sind. Aber bis dahin haben wir schon einiges an Wild gesehen. Sogar ein Nashorn haben wir an einem Wasserloch getroffen.

Leicht enttäuscht treten wir den Rückzug an. Unser Stopp für heute heißt St. Lucia und ist nicht weit entfernt vom Hluhluwe. Das kleine Örtchen hat sich in den letzten Jahren wohl zum Touriort entwickelt, der in der Hauptsaison von den Südafrikanern übervölkert wird. Jetzt in der Nebensaison ist weniger los und eine Unterkunft zu finden stellt kein Problem dar. Wir mieten uns mal wieder auf dem Campingplatz eines Backpackers ein und erkunden die “Stadt“. St. Lucia selber ist ein ziemlich kleines Nest, das an sich nicht all zu viel zu bieten hat. Die Attraktion ist viel mehr die Landschaft hier. Man kann hier nämlich mit etwas Glück Flusspferde am Strand des Indischen Ozeans beobachten. Und das liegt daran, dass gleich hinter den Sanddünen am Strand ein riesiges Sumpfgebiet mit Mangrovenwäldern liegt. Der St. Lucia Wetland Park ist UNESCO Weltkulturerbe, und er ist es, der die Massen im Südafrikanischen Sommer anzieht. Und es ist tatsächlich etwas merkwürdig hier am Strand zu liegen, während hinter einem die Hippos im Fluss grunzen.
Wir bleiben gleich mal ein paar Nächte im Backpackers, das von drei jungen Surfer-Typen betrieben wird. Die drei hausen zusammen in einer leicht chaotischen Rundhütte, in der es so riecht, als gehöre sie Bob Marley. Stilecht dazu läuft in der Bar den ganzen Tag UB 40 in einer Endlosschleife.

Ein unangenehmer Nebeneffekt der sumpfigen Landschaft sind die zahlreichen Moskitos. Und so setzten 197-fast-wie-im-bushcampwir schließlich unsere Reise um etliche Mückenstiche reicher fort. In den nächsten Tagen mäandern wir immer der Küste entlang und halten mal in einem kleinen Naturschutzgebiet, in dem wir die einzigen Besucher sind (endlich mal wieder Bushcampfeeling) und mal in einem “Resort“ (eigentlich nur ein Campingplatz) in dem wir gleich mal drei Maschinen voll Wäsche waschen. Da es die letzten Tage bei an die 40°C und 85% Luftfeuchtigkeit extremst schwül gewesen ist, ist alles im Bus klamm und feucht. Deshalb sind  wir sehr dankbar dass auch ein Trockner zur Verfügung steht. Ansonsten bestände noch die Gefahr zu allem Überfluss auch noch einen schimmeligen Bulli in Hamburg abholen zu dürfen…

198-hafenstadt-durbanSchließlich ist es dann so weit. Wir erreichen Durban. Das Ziel unserer Reise für zumindest ein Teammitglied von uns. Denn der Bulli wird von hier zurück nach Hause verschifft werden, wo wir ihn wohl tiefgreifenden Renovierungsarbeiten unterziehen müssen. Aber bis dahin ist es noch gut eine Woche und vorher wollen wir uns auf jeden Fall noch die Stadt anschauen. Unsere Basis schlagen natürlich erneut in einem Backpackers auf. Das Ansteys Beach Backpackers bietet für uns die richtige Mischung aus Zentrumsnähe und Lage am Strand, der ist nämlich nur 100 Meter entfernt. Also schauen wir mal, was Durban so zu bieten hat.

Big trouble in little Swasiland

06.02.-13.02.2012

Wir steuern den Blyde River Canyon über Hoedspruit an und müssen dazu erst mal recht steil in die Berge hinauf. Nach dem Grand Canyon in den USA und dem Fish River Canyon in Namibia ist das Tal, das der Blyde River in die hiesigen Berge gegraben hat der drittgrößte Canyon auf unserem Planeten und laut eines lokalen Werbeslogans der einzig grüne. Er liegt an der so genannten Panoramaroute, die sich unweit des Krüger Nationalparks durch die südafrikanische Landschaft schlängelt. 179-die-drei-rundhuetten-im-blyde-river-canyonEntlang des Flusses gibt u.a. Sehenswürdigkeiten wie “die drei Rundhütten“ und “Gottes Fenster“. An der Erstgenannten machen wir einen Zwischenstopp und gönnen uns einen Blick hinunter ins Tal und auf den Stausee, aus dem die umliegenden Ortschaften mit Wasser versorgt werden. Die Aussicht kann sich sehen lassen und am aufgestauten Wasser sind immer noch deutlich die Spuren der letzten Überschwemmung sichtbar. Statt auf klares Wasser kann man von oben aus auf einen milchig-braunen See blicken.

Viele der Sehenswürdigkeiten entlang des Canyons kosten mittlerweile Eintritt, oder befinden sich inzwischen auf dem Grundstück von irgendwelchen Luxushotels, die sich die Besichtigung natürlich auch bezahlen lassen. Also klappern wir nicht jede Einzelne ab, sondern versuchen vielmehr die Strecke zu genießen. 180-blyde-river-canyon

Am höchstgelegenen Aussichtspunkt, “Gottes Fenster“ ist leider so dichter Nebel, dass es uns verwehrt bleibt durch die fensterartige Felsformation ins Tal zu blicken. Wir machen statt dessen einen Zwischenstopp in Graskop und schauen dort einer Gruppe Touris zu, wie aus ihrem großen Reisebus zuerst die Wechselstube stürmen und dann die Stände der lokalen Holzschnitzer leer kaufen. Weiße Socken in Sandalen, hochgekrempelte Hosen und Brustbeutel oder wahlweise Kamera vor dem Bauch, scheinen deutsch zu sein….

Von Graskop aus geht es wieder hinab ins Tal und auf dieser Strecke hat die Panoramaroute dann leider nicht mehr so viel zu bieten. Man fährt entlang großer forstwirtschaftlich genutzter Flächen auf den schnellwachsender Eukalyptus angebaut wird. Kilometerweise kann man auf abgeholzten, nackten braunen Lehmboden sehen. Unten angekommen kehren wir erneut in Hazyview ein, diesmal ins “Bushpackers“ einem sehr interessanten Backpacker. Wer will kann hier draußen in einem Bambuswäldchen duschen, sollte sich dann aber nicht wundern, wenn er hinterher von Mücken zerstochen ist. Von Hazyview aus steuern wir am nächsten Morgen dann wieder den Krüger Park an, durch den wir uns Richtung Süden nach Swasiland vorarbeiten wollen. Wir sind noch gar nicht solange im Park, da erblicken wir so etwa 100 Meter von der Straße entfernt einen Leoparden im Baum. 182-leopardenmaennchenDie Koordinaten geben wir gleich per SMS an Lilly und Steffen weiter, die auch noch im Krüger unterwegs sind.  Die Raubkatze studieren wir natürlich so lange, bis sie vom Baum herunter klettert und im Gebüsch verschwindet. Und kaum sind wir zwei, drei Kilometer weiter gefahren, liegt auch schon der nächste Leopard im Baum, diesmal ein Weibchen. Scheint unser Glückstag zu sein. Kaum ist die Dame vom Baum herunter und in der Hecke verschwunden, biegen Lilly und Steffen um die Ecke, nur leider eben ein Minütchen zu spät. Trotzdem wollen die beiden an der Stelle Ausschau halten und wir verabreden uns für abends im Camp. Beim Grillen erzählen uns die zwei, dass sich ihre Geduld dann doch noch bezahlt gemacht hat und der Leopard sogar unmittelbar vor ihnen die Straße überquert hat.

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns dann wohl endgültig, denn da die zwei aus Villingen Schwenningen demnächst nach Mosambik möchten, werden sich unsere Wege wohl nicht mehr kreuzen. Alles Gute und viel Glück auf dem Weg nach Norden.

Wir sind kaum aufgebrochen zur morgendlichen Pirschfahrt durch den Park, da haben wir auch schon unsere erste Löwensichtung. Ein stattlicher Löwenmann mit seiner Dame, die sich aber alsbald weiter in die Büsche zurückziehen, um dort zu tun, wofür man eben gerne seine Privatsphäre haben möchte.

In den nächsten Tagen arbeiten wir uns im Zick-Zack-Kurs durch den südlichen Teil des Parks über die Camps “Berg und Tal“ und “Lower Sabie“ bis zum Ausgang an der “Crocodile Bridge“ vor und treffen noch viele Elefanten (auch beim Liebesspiel), 187-liebesspiel-der-dickhaeuterHyänen, Flusspferde, Büffel und Nashörner, aber leider keine Wildhunde. Trotzdem hält der Krüger an unserem letzten vollen Tag im Park noch einen ganz besonderen Leckerbissen für uns bereit. Wiedermal ist es Janina, die etwas im hohen Gras entdeckt und ihrem Piloten das Kommando zum Anhalten gibt. Irgendwo hatte doch gerade ein Löwe seinen Kopf heraus gestreckt? Und tatsächlich schleichen zwei Löwenweibchen durch die langen Grashalme und pirschen sich an eine Gruppe Kudus, die unter einem Baum stehen heran. Das könnte spannend werden. Obwohl es schon beinahe Mittag und somit recht heiß ist, sind die beiden Katzen auf der Jagd. Allerdings scheinen die Kudus irgendetwas gemerkt zu haben. Denn nervös blicken sie in die Richtung der sich anschleichenden Räuber. Der Wind scheint allerdings auf Seiten der Löwen zu sein, denn er weht von den Kudus herüber in ihre Richtung, so dass die vermeintliche Beute sie nicht riechen kann. Minutenlang dauert das Anpirschen und wir rechnen jederzeit mit einem Sprint einer der beiden Löwinnen. Doch kurz vor dem Ziel werden die beiden entdeckt und die Kudus preschen in die entgegengesetzte Richtung davon. Fürs erste ist die Jagd vorüber. Da die Temperaturen schon beinahe die 40 Grad Marke erreicht haben, rechnen wir nicht mit weiteren Jagdversuchen der Löwen und fahren ins nahe gelegene “Crocodile Bridge“ Camp, um dort Pause zu machen. Erst am Nachmittag kehren wir an die Stelle, an der wir die Löwen jagen gesehen haben, zurück und haben erneut Glück. Unweit der Straße laufen die beiden wieder durchs Gras. Wir positionieren uns gerade passend, um sie erneut zu beobachten, da macht es den Anschein, als würden sie sich wieder an etwas anschleichen. 190-die-jaegerinWir können die Beute nur leider noch nicht erkennen. Erst mit Hilfe der Ferngläser sehen unweit der Löwen zwei Warzen-schweine. Die Raubkatzen scheinen wirklich Hunger zu haben, denn die wehrhaften Schweine sind mit ihren langen messerscharfen Hauern ernst zu nehmende Gegner und können selbst Löwen böse verletzten. Die erste Löwendame pirscht sich an, während die zweite etwas zurück bleibt. Die vordere der beiden ist schon ganz nah an ihrer Beute und wir haben den Finger am Auslöser der Kamera, als eines der Warzenschweine laut quiekend wie ein geölter Blitz durch Gras schießt, dicht gefolgt von der ersten Löwin. Eine kurze Verfolgungsjagd und dann gibt die Löwin auf. Trotz der kurzen Beine ist das Schwein zu schnell für sie. Allerdings hat die Hatz auf die Warzensau die beiden Katzen in Richtung der nächsten potenziellen Mahlzeit gebracht. An einem Wasserloch stehen mehrere Zebras und Gnus herum. Es sind auch einige Jungtiere dabei und eines der Gnus liegt faul im Schlamm herum. Da sollte doch etwas für unsere beiden fleißigen Jäger dabei sein. Während sie wieder mit ihrer Heranpirschtaktik beginnen, suchen wir uns wieder eine geeignete Beobachtungsposition. Die Löwinnen teilen sich wieder auf. Eine pirscht vor, die andere lässt sich etwas zurück fallen. Diesmal dauert das Heranschleichen ziemlich lange. 192-kurze-lagebesprechungDie erste der Beiden liegt eigentlich schon sehr günstig unter einem Busch im Schatten, keine 20 Meter von dem Gnu im Schlamm entfernt. Wir wundern uns schon, warum kein Angriff erfolgt, da bekommen wir unsere Antwort in Form eines großen grauen Breitmaulnashorns, das sich zwischen Löwin und Gnu aus dem langen Gras erhebt. Scheinbar hatte es auch die heißen Nachmittagsstunden in derselben Schlammpfütze verbracht wie das Gnu. Wir konnten es nur aus unserer Position nicht sehen. Wollte die Löwin das Gnu angreifen, hätte sie quasi über das Nashorn klettern müssen. Jetzt steht der Dickhäuter zwischen Angreifer und Opfer, das die Gefahr immer noch nicht erkannt hat. Das Nashorn trottet ein wenig durch die Gegend und kommt dabei der Löwin bedrohlich nahe und verdirbt somit fast die Jagd der beiden Raubkatzen. Und schließlich steht der graue Koloss plötzlich da, wo eben noch die erste Löwin gelegen hatte. Die haben wir inzwischen leider aus den Augen verloren. Das Rino trottet wieder zurück zum Schlammloch und hat sich wohl überlegt, dass der Platz des Gnus anscheinend der Schönste in der Suhle ist und piekt dem armen Tier sein langes Horn in die Seite, um es zu verjagen. Widerwillig versucht das Gnu mit seinen kleinen Hörnchen dem Nashorn klar zu machen, dass es gerne selber hier liegen bleiben würde, wird aber letztendlich genau in die Richtung gescheucht, in der wir die Löwin zuletzt gesehen hatten. Und plötzlich geht alles ganz schnell. Unvermittelt taucht die Raubkatze aus ihrer Deckung auf und springt das Gnu von hinten an. Das wiederum hat seine Angreiferin wohl gerade noch rechtzeitig entdeckt, denn aus unserer Position sieht es so aus, als können die Löwin nur kurz eine Pranke an das Hinterteil des Gnus schlagen, bevor dieses in einer Staubwolke, einen Haken schlagend davon eilt. 193-die-jagdWieder setzt die Löwin nur zu einem kurzen Sprint und gibt dann auf. Der dritte Jagd-versuch, den wir heute beobachten und der dritte Misserfolg. Die beiden Raubkatzen scheinen außer Form zu sein. Merkwürdig ist allerdings, dass jetzt die Zebras und Gnus nicht wie erwartet in wilder Panik die Flucht ergreifen. Vielmehr stehen sie sich auf kurze Distanz gegenüber und schnaufen sich wütend an. Erst nach mehreren Minuten drehen sich die Zebras gelassen um und traben davon, gefolgt von den Gnus. Das Nashorn steht während des ganzen Schauspiels vollkommen teilnahmslos in der Landschaft herum und fragt sich vermutlich, was das ganze Theater soll. Zwar haben wir wieder einmal keinen “Kill“ gesehen, aber spannend war die Löwenjagt allemal. Und da die Zeit nun schon relativ fortgeschritten ist, müssen wir leider wieder ins Lager zurück. Zu gerne hätten wir die Löwinnen noch weiter verfolgt, um zu sehen ob sie noch irgendwann mal Erfolgt gehabt hätten. Aber so verlassen wir am nächsten Tag den Krüger Park, durch den wir ca. 12 Tage auf und ab gefahren sind, in Richtung Swasiland.

Erster Stopp. Natürlich ein National Park; und zwar der Hlane (sprich: Schlane). Da man hier mit dem eigenen Auto eh nicht in den Teil hinein fahren darf, in dem es Löwen zu sehen gibt, verbringen wir den Tag auf dem Campingplatz und beobachten die Tiere, die von ganz alleine am nahe gelegenen Wasserloch vorbei kommen. Der Platz ist von einem wackeligen Stacheldrahtzaun umgeben, der umso mickriger erscheint, als beim Abendessen ein Elefant mit seinem Kalb davor steht. Mit der Gabel in der Hand und einem Stück Grillfleisch im Mund beobachten wir, wie die beiden Dickhäuter wieder im Busch verschwinden. Und noch etwas verschwindet und zwar eine Schlange im Miniformat unter unserem Grillplatz. Können auch kleine Schlangen schon giftig sein?

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Am nächsten Tag haben wir mal wieder nur eine kurze Etappe geplant. Geht auch gar nicht anders, denn das Swasiland ist kaum größer Schleswig-Holstein, da muss man schon langsam machen, sonst ist man schneller wieder draußen als geplant. Wir checken schon am Mittag in einem Backpackers ein und machen uns dann wieder auf den Weg die Hauptstadt des Zwergenstaates zu erkunden. Dazu müssen wir eigentlich nur 8 Kilometer weiter einen steilen Berg hinauf. Bergetappen liegen uns seit der letzten Motorreparatur eher weniger und daher haben wir bei solchen Gelegenheiten immer ein skeptisches Auge auf die Temperaturanzeige. Und wie sollte es anders sein? Sie steigt und steigt, ohne dass der Lüfter anläuft. Also auf den nächstgelgegen Parkplatz und erst mal sehen, was nun schon wieder los ist. Gerade als wir den Motor abstellen, gibt es von hinten einen lauten Knall, ein hässliches Zischen und wir stehen in einer Wand aus weißem Nebel. Irgendetwas ist uns da geplatzt und es ergießen sich gerade etwa 14 Liter Kühlflüssigkeit auf den schwarzen Asphalt. Das kann doch wohl nicht wahr sein! Was um alles in der Welt haben wir eigentlich verbrochen, dass unsere Pechsträhne einfach nicht abreißen will? Also mal wieder Motorklappe auf und einen Blick auf das Dilemma geworfen. Nach kurzer Suche stellt sich heraus, dass unser neuer Kühlwasserbehälter wohl nach etwas abgeschwächteren Normen gefertigt wurde, denn er war es, der den lauten Knall verursacht hat. Das Teil ist geplatzt. Also stehen wir mal wieder mit kaputtem Auto in der Gegend herum und sind auf Hilfe angewiesen. Hatten wir bereits erwähnt, dass natürlich wieder Sonntag ist und alles geschlossen hat? Ohne Wasserbehälter kein geschlossener Kühlkreislauf, ohne Kühlkreislauf der nächste Motorschaden, wenn die Maschine nach der Aktion nicht eh schon wieder einen Knacks weg hat.

Wir stehen also mit qualmendem Motor da und versuchen am steilen Berg jemanden anzuhalten, der uns mit ins nur 2 Kilometer entfernte Mbabane mitnimmt, damit wir dort einen Abschleppdienst anheuern können. Es ist schließlich ein alter Priester auf einem Motorrad, der hält und fragt, ob wir Hilfe brauchen. 196-auf-ein-neuesWir erläutern die Situation und schon braust er los, um Hilfe zu holen. Die kommt auch ungefähr eine Stunde später in Form eines Abschleppunternehmens, das uns bis nach Mbabane zieht und uns dort an einer Tankstelle absetzt. Der Fahrer des Abschleppdienstes versichert uns, dass in Kürze ein Kollege vorbei kommen würde, der uns eventuell sogar noch heute einen Wasserbehälter besorgen könne. Auf den Kollegen warten wir aber gleich mehrere Stunden und schließlich wird uns klar, dass der wohl nicht kommen wird. Also fragen wir an der nächsten Tankstelle, ob wir uns für die Nacht auf deren Platz stellen dürfen, denn die, an der wir momentan stehen will uns nicht. Die Angestellten der zweiten Tanke machen auch nicht gerade Purzelbäume vor Freude, aber immerhin erlauben sie uns für die Nacht dort zu parken. Janina ruft vorsichtshalber noch die Herberge an, für die wir schon bezahlt hatten, damit die sich nicht unnötig Sorgen um uns machen. Die Tankstelle ist 24 Stunden geöffnet, hell erleuchtet und scheinbar auch ein Nachtparkplatz für die meisten der Minibustaxis hier im Ort. Also einigermaßen sicher. Und eine offene Toilette hat sie auch. Was wollen wir also mehr, außer einem Auto, dass nicht alle paar Kilometer zusammenbricht?

Wir überstehen die Nacht in der großen Stadt unbeschadet und während Janina Wache am Bus hält, mache ich mich am Montagmorgen halbwegs ausgeschlafen auf die Suche nach einem passenden Ersatzteil. Und das ist wieder so eine typisch afrikanische Geschichte:

In Mbabane gibt es genau drei Ersatzteilhändler (und natürlich 0 VW Häuser). Nämlich A,B und C (Namen wurden durch die Redaktion geändert J). Also fange ich bei A an und frage nach einem Wasserbehälter für einen “VW Kombi“, so heißt ein Bulli nämlich im südlichen Afrika im Allgemeinen. Hier wird mir erzählt, dass der letzte Behälter gerade ein paar Tage vorher verkauft wurde, super. Ich solle aber vorsichtshalber mal meine Telefonnummer da lassen. Genau deshalb hatten wir uns gestern noch eine Swasiland-Telefonkarte gekauft. Somit wackel ich weiter zu Teilehändler B, der mich nur schief anschaut und meint: Nö! Gut, bleibt Teilehändler C als unsere letzte Hoffnung. Und siehe da, der hat so ein Teil im Fundus. Ich bin entzückt und vergleiche schnell den Behälter aus dem Laden mit dem jüngst dahin geschiedenen aus unserem Auto. Und schon werden die Gesichtszüge wieder länger. Denn einer der Anschlüsse passt nicht zu unserem Modell. Im südlichen Afrika fahren fast ausschließlich Benzinmodelle. Da ist unser 1,6 Liter Diesel ein echter Exot, das hatten wir ja auch schon in Addo bei unserem letzten Motorschaden bemerkt. Gedanklich arbeite ich schon an einer Bastellösung und frage den Verkäufer nach einem Wasserbehälter für einen Golf oder Jetta Diesel. Die wurden zwar nie offiziell hier unten eingeführt, sind aber trotzdem einigermaßen zahlreich vertreten. Und da sie den gleichen Motor haben wie unser Bulli, hoffe ich einfach mal, dass auch der Wasserbehälter passt. Aber leider schüttelt der Verkäufer den Kopf, so ein Teil habe er nicht. Also wieder zurück zu Teilehändler B (alles zu Fuß versteht sich). Der schaut mich nochmals schief an und verneint die Nachfrage nach einem Wasserbehälter für einen Golf Diesel. War ja klar. Ich latsche also schon leicht demotiviert wieder zurück zu Teilehändler A, um ihm meine neueste Erkenntnis mitzuteilen, dass ein Behälter für einen südafrikanischen VW Kombi leider nicht in unseren merkwürdigen, ausländischen VW passen wird und er statt dessen doch lieber nach einem Behälter für einen Golf oder Jetta suchen soll. Noch alles klar? Der etwas übergewichtige Inder hintern Tresen fängt an zu telefonieren, teilweise mit zwei Telefonen gleichzeitig. Aber seiner Mimik kann man entnehmen, dass es nicht gerade zum Besten steht. Ich überdenke schon den Ansatz meiner Bastellösung, als ein kleiner Mann mit Lederhut und Goldzähnen durch die Tür marschiert kommt und dem Wachmann zu verstehen gibt, dass dieser ihm die Tür zum Lager aufschließen solle. Also entweder der Chef von Teilehändler A, Herr A höchstpersönlich also, oder aber ein sehr guter Kunde, der bei A ein und aus geht. Er ist letzteres, denn der dicke Inder mit der Telefonbegabung gibt mir zu verstehen, dass wenn jemand mein Problem lösen kann, es der Goldzahn mit Lederhut sein wird. Ich spreche den Typen an und schon glänzen mir 18 Karat Gold aus einem breiten Grinsen entgegen. Er ist sich sicher, dass wir das in den Griff kriegen. Kurzerhand fährt er mit mir zurück zu Teilehändler C, um dort den Wasserbehälter für südafrikanische Kombis zu kaufen und dann weiter in seine Werkstatt. Hier schickt er einen seinen Angestellten auf die Suche nach einem passenden Stück Schlauch, um einen Adapter für die ungleichen Wasserbehälter zu basteln. Während ich da so in Goldzahns Werkstatt stehe und hoffe, dass die Geschichte ein gutes Ende nimmt, fällt mein Blick auf ein ganz bestimmtes Fahrzeug in seinem Garten. Da steht ein quietschgelber VW Bulli mit weißen Hochdach, wie es früher die Eiswagen hatten und einer extra hohen Schiebetür. Sogar das Lenkrad ist auf der linken Seite. Vor mir steht tatsächlich ein alter, deutscher Postbus. Und welchen Motor hatten die Postbusse in Deutschland für gewöhnlich? Richtig, einen 1,6 Diesel. Diese alte Rostlaube hat doch tatsächlich genau den Wasserbehälter, den wir brauchen. Ein kurzer Plausch mit Goldzahn und wir werden uns handelseinig. Er bekommt den neuen Wasserbehälter und ein kleines Trinkgeld, um sich einen passenden Schlauch zu basteln und ich bekomme dafür den alten Behälter aus dem Postbus. Er bringt mich sogar mit dem Auto zurück zur Tankstelle, an der Janina immer noch unseren Syncro bewacht – perfekt. Das Teil ist schnell eingebaut und auch 14 Liter Wasser sind fix eingefüllt. Bleibt nur die bange Frage, ob der Motor durch die Überhitzung einen Knacks weg hat oder nicht. Wir starten und horchen ängstlich in die Maschine hinein. Kein Rumpeln, kein Schütteln. Er hört sich an wie zuvor. Bevor wir aber die Fahrt zurück zur Herberge aufnehmen, nehmen wir noch eine kleine Modifikation vor. Offensichtlich stimmt etwas mit der Ansteuerung unseres Kühlerventilators nicht. Vielleicht auch schon der Grund für unseren letzten Motorschaden im Addo, um so schöner, wenn die Mechaniker in Pretoria den Fehler schon entdeckt hätten. Wir entschließen uns, den Ventilator von nun an per Hand ein- und auszuschalten und zweckentfremden dazu den Schalter der Nebelscheinwerfer. Die Plusleitung der Nebellampen klemmen wir an die Ventilatorsteuerung und von nun an springt unser Lüfter immer dann an, wenn wir den Schalter für die Nebelscheinwerfer betätigen. Nicht gerade elegant, aber es funktioniert. Und solange es den einen erneuten, dritten Motorschaden verhindern kann, ist uns alles Recht. So gerüstet treten wir den 8 Kilometer langen Weg zu unserer Herberge an, in der wir eigentlich die letzte Nacht hätten verbringen wollen. Die waren nämlich so nett uns einfach um eine Nacht umzubuchen, da wir ja schließlich schon bezahlt hatten. Hier entspannen wir uns dann auf der sehr schönen Terrasse mit spektakulärem Blick auf die Berglandschaft Swasilands und machen uns Gedanken über unsere weitere Reiseroute.

An dieser Stelle müssen wir für gleich zwei Dinge entschuldigen.

Ersten für das viele Fachsimpeln der letzten Zeilen. Der technisch Uninteressierte wird sich vielleicht ein wenig gelangweilt haben.

Zweitens für das Fehlen jeglicher Fotos. Den dritten Motorschaden vor Augen, war uns nicht wirklich nach fotografieren.

Auf eigenen Rädern Richtung Krüger

25.01.-05.02.2012

Wir hoffen immer noch, dass unser Auto in dieser Woche fertig wird und bis es so weit ist beschließen wir unsere Zeit mit dem Besuch der Sehenswürdigkeiten in Pretoria und Johannesburg zu verbringen. Was sich als ziemlich schwierig herausstellt, da es nicht allzu viel zu sehen gibt. Wir besuchen das Apartheid Museum in Jo-Burg, oder Jo-Anna, wie die Schwarzen sagen. 154-eingang-zum-apartheid-museumHier gibt es noch separate Eingänge für Weiße und “Nicht Weiße“. Mit ziemlich vielen Infor-mationen gefüttert schlagen wir in einem Backpackers in Johannesburg auf, wo wir uns mit Ferdi und Kathi mit dem Schlumpfbulli treffen. Wir verbringen den Abend bei Reisegeschichten und Rotwein und beobachten die etwa dackelgroßen Ratten, die durch die Küche toben. Am nächsten Tag kommen wir zurück nach Pretoria, wo wir unser Mietauto wieder abgeben müssen. Zwar ist unser Bulli noch nicht wieder fahrbereit, aber die Reparaturarbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Die Filiale von Avis liegt etwa eine viertel Stunde vom Syncro Hospital entfernt und Stuart bietet uns an, dass er uns dort aufgabelt und sicher wieder mit in seine Werkstatt nimmt. Schließlich müssen wir ja durch ein Schwarzenviertel und das soll ja nicht so ganz ungefährlich sein. Wir erklären unserem fürsorglichen Mechaniker, dass wir es durch den ganzen Kontinent geschafft haben, ohne geklaut zu werden. Also werden wir Pretoria am helligten Tag auch bewältigen. Und tatsächlich überleben wir unseren Spaziergang vollkommen unbehelligt. Heute wird das Auto leider wieder nicht fertig, also bietet uns Stuart an, bei ihm zu übernachten. Aber am Freitag ist es dann endlich so weit. Der Motor ist wieder zusammengesetzt und springt bei der ersten Umdrehung des Anlassers an – endlich eine Erfolgsmeldung! Mit neuem Kühler, neuen Federn auf der Hinterachse und diversen anderen ausgetauschten Kleinteilen (wir haben nun auch wieder einen Griff an der Schiebetür :-) ) kann es also weitergehen.

Am Nachmittag rollen wir wieder im eigenen Auto durch die Straßen Pretorias. Ein gutes Gefühl. Oder etwa nicht? Jedes Geräusch wird misstrauisch analysiert. Wir beschließen, für heute einen Campingplatz in der Nähe aufzusuchen und uns auch in den nächsten Tagen nicht allzu weit von Stuarts Werkstatt zu entfernen. Wir rollen gerade auf dem Platz, als wir das erste wirklich beunruhigende Geräusch von hinten hören. Bei genauerer Betrachtung, stellen wir fest, dass die Mechaniker leider vergessen haben das Rad festzuschrauben und jetzt ist es kurz vorm Abfallen! So früh wollten wir eigentlich den Wagenheber nicht schon wieder heraus holen müssen. Aber zumindest ist mit dem Motor noch alles o.k. Wir schrauben das Rad also fest und schlagen unser Lager auf dem Campingplatz auf.

155-ndebele-dorfTags drauf, wir nehmen Kurs Richtung Krüger Park, wundern wir uns, dass der Motor recht warm wird, ohne dass der Lüfter anspringt. Das gefällt uns schon weniger. Zwar erreicht die Temperaturanzeige nie den wirklich kritischen Bereich, aber irgendwie verhält sich das Auto anders als vorher. Oder sind wir mittlerweile einfach übervorsichtig geworden? Wir machen einen kleinen Zwischenstopp in Botshabelo in der Nähe von Middelburg, um uns dort eine Art Museumsdorf mit noch traditionell lebenden Menschen anzuschauen. Die hier lebenden Ndebele sind bekannt für ihre bunt bemalten Häuser und ihre Handwerkskunst. Die Häuser sind in der Tat sehr nett anzusehen, aber da die Einwohner allesamt ausgeflogen sind, können wir uns von ihren handwerklichen Fähigkeiten leider keinen Eindruck machen. Wir fahren weiter zum Campingplatz am Middelburg Damm, auf dem wir uns wieder mit dem Schlumpfbulliteam verabredet haben. Ferdi hat derzeit seine Schwester Vroni zu Besuch, die sich für eine Woche Südafrika anschauen möchte. Als die drei auf dem Campingplatz eintreffen, haben wir schon wieder unseren Syncro auseingeschraubt und gehen der Sache mit dem Lüfter auf den Grund. Wir müssen leider feststellen, dass die Mechaniker diesen gar nicht angeschlossen haben. Kein Lüfter, keine Kühlung. Keine Kühlung, nächster Motorschaden. Da uns danach grad gar nicht mehr der Sinn steht schließen wir den Lüfter eigenhändig an. Da wir morgen eine kleinere Bergetappe vor uns haben, sollte sich dort heraus stellen, ob dann wieder alles so funktioniert wie es sollte. Heute grillen wir erst mal gemütlich mit den Freisingern und schauen den Südafrikanern dabei zu, wie sie mal wieder riesiges Equipment für ein Wochenende am See anschleppen. 156-syncro-treffenDa man auf dem See Wasser-sport betreiben kann, haben nicht wenige ihre Boote auf Anhängern dabei, die sie kurzer Hand zu Wasser lassen, indem sie den Anhänger samt Auto rückwärts das flache Ufer hinunter in den See fahren. Nicht selten hängt dabei die verschmierte Ölwanne im See. Der Platzwart hatte kurz vorher darauf aufmerksam gemacht, dass das Wasser aus dem See in der nahe gelegenen Stadt als Trinkwasser genutzt wird und daher der Hund der Schlümpfe bitte nicht ins Wasser springen darf. Die Kühe der hiesigen Bauern kümmern sich herzlich wenig um diese “keine Tiere im Wasser“ Regel und verrichten auch schon mal ihr Geschäft direkt am Ufer….

Am nächsten Tag haben wir dann Gelegenheit unseren nachgebesserten Kühlkreislauf auf Funktion zu testen. Wir fahren über Lydenburg und den “Long Tom Pass“ nach Sabie. Der Pass soll angeblich landschaftlich sehr reizvoll sein. Allerdings können wir das leider nicht beurteilen, weil wir durch einen so dichten Nebel über den Berg fahren müssen, dass die Sichtweite teilweise bis auf 20 Meter sinkt. Aber zumindest arbeitet unser Lüfter wieder, so dass wir uns ein wenig entspannen können. Wir parken unseren Bus am hiesigen Backpackers und wenig später tauchen auch Ferdi, Kathi und Vroni auf. Außerdem treffen wir hier auf Lilli und Steffen aus Villingen Schwenningen. Die beiden sind etwa 18 Monaten unterwegs und die Westküste herunter gekommen. Da Ferdi und Kathi derzeit noch mit dem Gedanken spielen die Westküste ein Stück hinaufzufahren, quetschen sie die Beiden natürlich aus, aber so richtig Mut machen können ihnen Lilli und Steffen nicht, da es in diesem Teil Afrikas derzeit gleich mehrere Länder gibt, in denen die politische Lage mal wieder eher schwierig ist. Allerdings sieht es für Steffen und Lilli´s Pläne nicht besser aus, denn auch die Ostroute weist ja bekanntermaßen eher bescheidene Aussichten auf.

166-zahnschmerzenAm nächsten Tag machen wir unseren letzten Zwischen-stopp vor dem Krüger Park. Das läuft soweit stabil, so dass wir uns gut gewappnet fühlen, für Südafrikas größten Nationalpark, den zu erreichen wir zeitweise schon gar nicht mehr geglaubt hatten. Wir laden die drei Schlümpfe kurzerhand ein, bei uns im Bus mit in den Park zu fahren und die Vorzüge unseres Safaridaches zu genießen. Also machen wir uns zu fünft auf den Weg in den Park. Kathi und Ferdi  waren bislang ja wegen ihres Hundes immer ein wenig gehandicapt was den Besuch von Nationalparks anbelangt und stehen mit den Kamera im Anschlag im Bulli. Wir sehen Giraffen, Büffel und Elefanten und natürlich zahlreiche Zebras und Impalas. Leider hat es vor Kurzem im Krüger Park eine recht heftige Überschwemmung gegeben, so dass noch nicht alle Wege wieder befahrbar sind. Eine der Schotterpisten ist zwar teilweise passierbar, aber derzeit eine Sackgasse. Aber da wir dort an einem Wasserloch Ausschau halten wollen, biegen trotzdem dort ein. 157-suedafrikanische-gesichtsbehandlungAm Wasserloch selber ist zwar nicht wirklich viel los, aber ein paar hundert Meter weiter kommen wir sehr nah an ein paar Elefanten vorbei und stehen nach einer Kurve plötzlich einem Nashorn gegenüber. Bei näherer Betrachtung stellen wir fest, dass das Rino hoch erhobenen Hauptes etwas wütend in unsere Richtung schnaubt. Wir haben also ein schwarzes Nashorn aufgespürt, das scheinbar gerade überlegt, ob es unser Auto verbeulen, oder doch lieber in die Büsche verschwinden soll. Es entscheidet sich netter Weise für letzteres und verschwindet in einer Staubwolke im hohen Gras. Wir müssen den unerwarteten Glückstreffer erst einmal verdauen und nachdem wir uns sicher sind, dass das Nashorn außer Reichweite ist, setzten wir unsere Fahrt langsam fort. Dabei stellen wir fest, dass im Gebüsch noch ein weiteres Spitzmaulnashorn gestanden haben muss, denn nun laufen zwei der angriffslustigen Tieren in sicherem Abstand parallel zu uns durch den Busch und sind nach kurzer Zeit spurlos verschwunden. Für uns ist es Zeit umzudrehen und für heute den Park zu verlassen. Aber morgen werden wir wieder kommen und den Krüger dann für längere Zeit nicht mehr verlassen.

162-ganz-schoen-heiss-heute

Am nächsten Tag hat der Abenteuerbus erneut die Ehre noch einmal Safarigäste befördern zu dürfen. Ferdi und seine Schwester begleiten uns noch einen Tag im Krüger National Park während Kathi mit dem Hund draußen bleibt und die zwei am Abend am Eingangstor wieder aufsammeln will. Wir werden ab heute für mehrere Tage im Park bleiben. Dank Wild Card kostet uns der Parkbesuch keinen Pfennig. Lediglich die Camps für die Übernachtungen müssen wir bezahlen. Und da die Hauptsaison vorbei ist und die Südafrikaner wieder alle fleißig arbeiten, können wir bequem durch den Park gondeln und uns dann kurzfristig frei entscheiden in welchem der vielen Camps wir für die Nacht bleiben möchten. Sehr komfortabel.

158-dreckiges-nashornAber erst einmal suchen wir mit unseren Gästen zusammen mal wieder nach den “Big Five“. Elefant und Büffel sind schnell gefunden und auch ein weißes Nashorn mit Kalb treiben wir auf. Aber Löwen und vor allem Leoparden sind da schon schwieriger zu finden. Wegen der vielen gesperrten Straßen kommen wir kurz vor Toresschluss noch beinahe in Stress, da wir einen nicht geplanten Umweg fahren müssen. Aber genau diesem Umstand haben wir es zu verdanken, dass wir doch noch einen Leoparden sichten. Ein graziles Weibchen kauert im Gegenlicht der untergehenden Sonne auf der Straße und zieht sich bei unserem Erscheinen so schnell in die Büsche zurück, dass wir leider keine Gelegenheit bekommen ein Beweisfoto zu schießen. Wir können sie noch eine kurze Zeit im hohen Gras ausmachen, bis sie sich dann schließlich ganz unseren Blicken entzieht. Leider haben wir auf unserer Reise noch keinen wild lebenden Leoparden getroffen, der mal bereitwillig für eine kleine Fotoreihe posieren würde. Wir arbeiten dran.

Pünktlich liefern wir unsere Gäste am Tor ab und haben leider nur wenig Zeit uns von den Schlümpfen zu verabschieden. Wer weiß, wo wir uns das nächste Mal wieder treffen? Wir müssen uns beeilen und uns wieder aufmachen unser heutiges Camp zu erreichen. Halb Sieben werden dort die Tore geschlossen und die wilden Tiere im Park bekommen ihre verdiente Ruhe vor den Touris. Wir werden euch an dieser Stelle ersparen von jeder einzelnen Tierbegegnung zu berichten, da es nicht halb so spannenden ist, darüber zu lesen, wie tatsächlich und leibhaftig vor dem afrikanischen Großwild zu stehen. Es ist immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis ein Nashorn in freier Wildbahn zu sehen, von einem Elefanten antrompetet zu werden und abends zum Heulen der Hyänen und Brüllen der Löwen einzuschlafen, nur um dann am nächsten Tag mit den ersten Sonnenstrahlen vom hysterischen Gegacker der Frankoline zur morgendlichen Pirschfahrt geweckt zu werden. Für die, die es interessiert beschreiben wir aber ganz kurz unsere Route durch den riesigen Park. Durchs Paul Krüger Gate haben wir den Park betreten und die erste Nacht in Skukuza Camp verbracht. Über Lower Sabie im Südosten haben wir uns dann via Satara und Olifants nach Norden vorgearbeitet. Beim Überqueren des Olifants Rivers werden die Folgen der schweren Flut vor einigen Wochen mehr als offensichtlich. 170-flutschaeden-am-olifantsriverDer Unterschied zwischen der derzeitigen Wasserlinie und der während des Hochwassers kann sehr gut anhand der Unmengen von Schwemmholz nachvollzogen werden. Damals mussten sogar Parkbesucher mit Hubschraubern aus den Camps evakuiert werden und zahlreiche Tiere sind ertrunken. In Letaba bleiben wir zwei Nächte und drehen eine kleine Schleife über Mopani, bevor wir uns wieder Richtung Süden halten. Zwar würden wir gerne bis ganz in den Norden des Park nach Punda Maria fahren, aber erstens werden die Tiersichtungen im Norden immer weniger und zweitens sind es noch etliche Kilometer bis an den Nordrand des Parks. Wir verbringen lieber unsere Zeit damit, die quasi “Haushyäne“ des Letaba Camps zu beobachten. Jeden Abend pünktlich zum Grillen taucht sie aus den Büschen auf und schaut nach, ob Grillreste über den Zaun fliegen. Am ersten Abend patrouliert sie zunächst alleine und taucht dann später sogar mit zwei Jungtieren auf. Man campt hier am Zaun zum Park, so dass die Tiere direkt an einem vorbei kommen. Tragischer Weise werden sie aber auch deswegen vermutlich von unvernünftigen Parkbesuchern gefüttert, wodurch sie ihre Scheu vor Menschen verlieren. Und das endet meistens tödlich für die Tiere. Am zweiten Abend taucht die Hyänenmama nur alleine auf und schaut mal direkt bei uns vorbei, ob es nicht etwas zu holen gibt. 172-hyaene-mit-magenverstimmungEntweder ist sie beleidigt, dass wir unser Abendessen nicht mit ihr teilen, oder sie hat etwas unrechtes gegessen. Denn zunächst entfleucht ihrem Hinterteil ein sehr uncharmantes Geräusch und wenige Sekunden später würgt sie ihre letzte Mahlzeit keine zwei Meter hinter unser Auto auf den Boden. So eine Hyäne an sich ist ja schon eine Zumutung für die Nase, aber wenn so ein Tier einem halbverdautes Aas vor die Füße spuckt ist das eine Geruchsbelästigung die schlimmer kaum sein kann. Gierig schlingt sie ihr Erbrochenes gleich wieder herunter, aber der bestialische Gestank wabert noch am nächsten Morgen durch die Luft.

Aber es gibt auch erfreuliche Begegnungen der tierischen Art und so schaffen wir es tatsächlich an ein und demselben Tag alle 5 der “Big Five“ zu finden. Keine hundert Meter vom Camp entfernt treffen wir einen Elefanten, der anscheinend zu viele unreife Marulafrüchte genascht haben muss, denn er leidet ganz offensichtlich unter heftigem Durchfall. Gestern haben wir ihn noch dabei gesehen, wie er die Bäume geschüttelt hat, damit die Leckerbissen herunterfallen. Weitere hundert Meter später treffen wir auf unseren ersten Löwen im Krüger und wenig später sitzt vor uns ein stattliches Leopardenmännchen auf der Piste. 165-leopardenmaennchenDen kriegen zwar aufs Bild, aber wirklich still halten wollte er auch nicht. Kurz vor Mittag erspähen wir dann zwei Breitmaul-nashörner, die sich anscheinend mit einer Gruppe Elefanten um den schönsten Schattenbaum an einer Wasserstelle streiten. Misstrauisch beobachtet von ein paar Giraffen. Fehlen nur noch Büffel und die finden wir bis zu der Schulter in einem kühlen Schlammloch steckend. Et Voila, die großen 5 an einem Tag? Kein Problem im Krüger. Ansonsten muss man aber ehrlicher Weise zugeben, dass wir wohl nicht die beste Zeit für Wildbeobachtungen getroffen haben. Denn wegen der starken Regenfälle der letzten Wochen gibt es Wasser in Hülle und Fülle, so dass die Tiere nicht auf die Wasserstellen angewiesen sind, an denen sie ganz einfach zu beobachten wären. Somit kann man schon einige Kilometer durch den Busch fahren, ohne überhaupt irgendetwas zu Gesicht zu bekommen. Aber so ist das in der Wildnis eben. Wer eine Garantie möchte, geht besser in den Zoo….

176-made-by-janina

Als wir nach fast einer Woche den Park wieder verlassen, haben wir über tausend Kilometer im Krüger zurück gelegt und wie gesagt noch längst nicht alles gesehen. Aber jetzt wollen wir uns erst mal der so genannten Panorama Route am Blyde River Canyon entlang widmen und dann noch mal eine paar Tage durch den Südosten des Krüger fahren. Wir haben uns vorgenommen unbedingt noch ein paar Wildhunde in freier Wildbahn zu beobachten.

Und dann kam der Regen…

14.01.-24.01.2012

119-plattfuss-am-abschlepperAm Samstagmittag taucht Kevin mit seinem alten Abschlepp LKW
im Orange Elephant auf, um unseren Bulli huckepack nach Uitenhage zu bringen, von wo er dann mit einem großen Transporter nach Pretoria gebracht wird. Und wie sollte es anders sein, der Abschlepp LKW selber läuft mit einem Plattfuß
auf dem Campingplatz ein, das passt ins Bild. Unser Bulli wird verladen, der Reifen wird gewechselt und wir fahren mit Kevin zur nächsten Bank, um den Transport zu bezahlen. Stuart, unser Mechaniker in Pretoria, hatte uns geraten, der Transportfirma zu sagen, dass wir bar zahlen und keine Rechnung brauchen. Und siehe da, fast 100 € gespart. Unser Mietauto haben wir bis Montag gemietet, da wir ja optimistischer Weise gehofft hatten, dass der Syncro am Sonntag wieder laufen würde. Also bleiben wir noch zwei Tage in Addo und schlagen die
Zeit im Nationalpark tot. Es müsste unser siebter oder sogar achter Tag im Park sein und endlich haben wir unsere erste wirkliche Löwenbegegnung. 122-erste-loewenbegegnung-im-addoWir sehen zunächst zwei Männchen an einem Hang unter einem schattenspendenden Baum liegen, dann ein totes Kudu unter einem Busch direkt neben der Schotterpiste und schließlich ein Löwenweibchen nicht weit entfernt davon unter ein paar
Sträuchern. Eines der Löwenmännchen hat eine wesentlich kleinere Mähne als das andere. Daraus schließen wir einfach, es handelt sich um Vater, Mutter und Sohn. Letzterer scheint uns allerdings bereits in einem Alter zu sein, in dem andere schon längst bei Muttern ausgezogen sind.

Die Jagd scheint noch gar nicht allzu lange her zu sein, denn die Raubkatzen scheinen alle drei nach Luft ringend neue Kraft zu schöpfen, um das bemitleidenswerte Kudu zu verschlingen. Da das durchaus noch ein wenig dauern kann, beschließen wir etwas später noch einmal vorbei zu schauen. Als wir dann etwa eine Stunde später wieder am Ort des Geschehens sind, stehen alle drei Katzen am Busch unter dem die Beute liegt. Papa Löwe darf natürlich zuerst fressen, gefolgt von Mama. Der Sohnemann ist als letzter dran und vertreibt sich die Wartezeit damit erst ein Warzenschwein durch die Gegend zu hetzen und danach Fliegen zu jagen. Dabei spaziert er direkt an unserem Auto vorbei und wir kurbeln mal vorsichtshalber die Fenster hoch. Endlich haben wir also unsere Löwen im Addo Elephant Park gefunden.

Zurück auf dem Campingplatz machen wir uns dann daran nach einem bezahlbaren Mietauto zu suchen, mit dem wir von Port Elizabeth nach Pretoria fahren können. Am nächsten Freitag soll unser Bulli dort eintreffen und wir wären dann gerne schon vor Ort, um ihn in Empfang zu nehmen. Allerdings bekommen wir am Abend vor unserer Abreise eine Email, in der uns mitgeteilt wird, dass unser gebuchtes Mietauto leider nicht zur Verfügung gestellt werden kann (wundert es noch jemanden?). Also buchen wir spät abends erneut, diesmal über den ADAC. Am Morgen, an dem wir dann eigentlich die Mietautos tauschen wollen erneut die Nachricht, dass die Buchung storniert wurde. Telefonieren mit dem ADAC und der Bank lösen zwar das Problem, kosten uns aber mal wieder Zeit und Nerven. Etwas spät dran bringen wir unser derzeitiges Mietauto zurück und nehmen das neue in Empfang, mit dem wir die Reise nach Pretoria nun in Angriff
nehmen können. Vorher verabschieden wir uns allerdings noch von John und dem
Team des Orange Elephant Backpackers, die uns geholfen haben, wo sie nur konnten. Zwei Wochen haben wir hier verbracht und John stellt uns nicht einmal die Hälfte davon in Rechnung….

128-tolkiens-hogsbackUnser erster Zwischenstopp ist Hogsback (Schweinerücken). Hier soll ein gewisser J.R.R. Tolkien seine Zeit damit verbracht haben, sich für seine “Herr der Ringe“ Saga inspirieren zu lassen. Und tatsächlich fühlt man sich hier ein wenig wie im Märchenwald. Es gibt ein 15 Meter hohes Baumhaus und man kann sogar in einer Freiluftbadewanne den Ausblick ins Tal genießen. Von hier aus fahren wir am nächsten Tag weiter am nördlichen Rand Lesothos entlang und erreichen nach zwei Tagen die Drakensberge. Eigentlich wollten wir die noch ausgiebiger mit unserem Bulli bereisen, aber erstens läuft uns die Zeit davon und zweitens werden wir, sollte der Syncro jemals wieder laufen, versuchen so kräfteschonend wir möglich nach Durban zu gelangen. Und Afrikas höchstgelegenstes Land passt da leider nicht in den Plan. Aber wo wir jetzt schon mal da sind, machen wir wenigstens eine kleine Wandertour (eine klitzekleine). 132-drakensbergeDie Landschaft ist wirklich atemberaubend. Vor uns erheben sich die Berge, in denen sich unweit von hier das Königreich Lesotho befindet, das sich selber “Kingdom in the Sky“ nennt. Aber die Felsen sind nur selten kahl und grau. Fast überall wuchern die Berge in saftigem und dunklem Grün. Und überall sprudeln kleine Bäche durch die Landschaft. Hier können wir wieder ein bisschen Kraft tanken, bevor es morgen weiter nach Pretoria geht, wo dann wieder unser anfälliges drittes Teammitglied im Mittelpunkt steht.

Schon auf der Fahrt nach Pretoria bekommen wir einen Anruf vom Transportunternehmen, dass unser Auto einen Tag früher als geplant am Ziel eintreffen wird. Das heißt auch wir müssen uns sputen, um vor dem LKW bei Stuart und seinem “Syncro Hospital“ einzutreffen. Vorher checken wir noch schnell in der Twana  Lodge, einem Backpackers, ein und düsen weiter zu unserem Mechaniker. Als wir ankommen ist der Abladevorgang des Syncro gerade beendet. Stuart begrüßt uns freundlich und wir verabreden uns für morgen früh, um dann die Einzelheiten der Reparatur besprechen.

134-das-syncro-hospitalWie vereinbart stehen wir um 10 Uhr beim Syncro Hospital auf der Matte und werfen zusammen mit Stuart einen Blick auf das Malheur. Zwei Optionen hatte uns der Mechaniker angeboten. Erstens nur den Zylinderkopf zu tauschen, zweitens den ganzen Motor auszuwechseln. Zylinderkopf und Motor sind beide in seinem Fundus vorhanden und am Telefon hatten wir den Eindruck, beides würde zum Einbau bereit liegen. Beim Blick auf den Zylinderkopf stellen wir allerdings fest, dass auch dieser Risse zwischen den Ventilen hat, wie auch schon die meisten der Köpfe damals in Nairobi. Und auch der Komplettmotor müsste erst auf Funktion geprüft werden. Wie Bitte? Warum hat er das nicht vorher gesagt? Dann hätten wir uns den Transport des Autos nach Pretoria für 350 € nochmal genauer überlegt. Uns fehlen ein wenig die Worte und auch unser Optimismus und unsere Motivation bekommen langsam aber sicher immer tiefere
Risse. Wir haben gerade so richtig schön lange Gesichter, da treffen Ferdi und Kathi mit ihrem blauen Syncro bei Stuart ein. Wir plaudern ein wenig und finden heraus, dass auch sie es nicht immer leicht hatten. Zwar hat das Auto weniger Zicken gemacht, dafür hatten sie aber viel Ärger wegen ihres Hundes an den Grenzübergängen. Die Krönung war anscheinend, dass die Südafrikanischen Behörden das Tier bei der Einreise kurzer Hand erschießen wollten. Vielleicht können wir die Beiden ja mal zu einem kurzen Gastbeitrag motivieren….

Da wir bei Stuart im Moment eh nicht viel ausrichten können, beschließen wir übers Wochenende nach Pilanesberg zu fahren. Hier gibt es einen Tierpark, dessen Besuch lohnenswert zu sein scheint. Zwar ist er nicht in unserer Wildcard enthalten, aber da die Hauptsaison schon wieder vorbei ist, ist der Eintritt nicht allzu hoch. Wir mieten uns für drei Nächte auf dem Campingplatz ein und erkunden in den kommenden Tagen den wirklich sehr schönen Park. Die meisten Spezies wurden aus anderen Parks hierher gebracht und haben sich über die vergangenen Jahrzehnte so gut entwickelt, dass man heute viel Wild vor die Linse bekommt. 146-das-ist-unsere-strasseVor allem die vielen Nashörner erstaunen uns. An einem Tag zählen wir mindestens 15 Breitmaulnashörner und am Tag darauf sogar noch mehr und sogar ein Spitzmaulnashorn finden wir auf unserer Pirschfahrt. Und wir treffen auf einen weißen VW Bus, der mitten in einer engen Passage im Busch steht. Vorne am Bulli befindet sich ein Abschleppseil und an dessen anderem Ende ein Land Rover Defender. Der VW riecht deutlich nach Kühlmittel. Alle Beteiligten sprechen Deutsch und scheinbar haben auch sie einen Motorschaden erlitten. Merkwürdiger Weise überrascht uns die Geschichte nicht im Geringsten, sie kommt uns nur merkwürdig bekannt vor.

148-tiere-haben-immer-vorfahrtSo haben wir also schon einige interessante Begegnungen in Pilanesberg zur verbuchen. Nur die Raubtiere scheinen sich vor uns zu verstecken. Und tatsächlich ist dieser Park der Erste auf unserer Reise, in dem es zwar Raubtiere gibt, wir sie aber nicht zu Gesicht bekommen. Wir wollen gerade an unserem letzten Besuchstag den Park verlassen, da fallen uns mehrere Safariautos auf, die dicht gedrängt zusammen stehen. Das ist eigentlich immer ein klares Indiz dafür, dass ein Löwe oder ein anderes seltenes Tier aufgespürt wurde. Aber just in diesem Moment öffnet der Himmel derart seine Schleusen, dass man schon einen halben Meter vom Auto entfernt nicht mehr wirklich viel erkennen kann. Wir versuchen zwar noch etwas unter einem Busch auszumachen, aber wirklich sicher, ob wir dort einen Löwen oder nur einen nassen Baumstumpf
erblicken, können wir uns nicht sein. Im Addo haben wir dieses Spielchen immer “Stein oder Schwein?“ genannt. Denn auf große Entfernung musste man immer auf eine Bewegung warten, um bestimmen zu können, ob man dort nun ein Warzenschwein oder nur einen Felsen  vor sich hat. Und nun in diesem Regen bewegt sich dort unter dem Gebüsch natürlich gar nichts mehr. Wer einen Unterschlupf gefunden hat verharrt dort, bis sich das Unwetter wieder gelegt hat. Und auch wir beschließen unter diesen Umständen mal lieber auf dem Campingplatz nach dem Rechten zu sehen. Und natürlich tobt das Gewitter auch hier. 152-junggesellenabschiedWie es sich für ein afrikanisches Unwetter gehört, kommen die Wassermassen sintflutartig vom Himmel geprasselt, so dass auf dem Campingplatz schon ein ansehnlicher See entstanden ist, der sich langsam unserem Zelt nähert. Als wir dort ankommen ist es bereits stockdunkel. Und im Scheinwerferlicht unseres Mietautos sehen wir, dass das Zelt ziemlich schief steht. Die Wassermassen auf dem Vorzelt haben eine Seite nach unten gedrückt und die andere hinter sich her gezogen. Da nun dadurch das Außenzelt mit dem Innenzelt Kontakt bekommen hat, dringt selbstverständlich Regenwasser ins Innere (hört das denn nie auf?). Also versuchen wir in finsterer Nacht mit einem Metallregenschirm in der Hand unser Hab und Gut aus dem absaufenden Zelt zu bergen, während neben uns die Blitze vom Himmel zucken. Nachdem wir das widererwarten überlebt haben, beschließen wir uns ins trockene Restaurant des Campingplatzes zu flüchten. Woanders können wir eh grad nicht hin. Während wir uns ein paar Burger genehmigen nimmt draußen der Regen allmählich ab. Es muss so gegen 23 Uhr sein, als sich die Lage soweit entspannt hat, dass wir unser Zelt einigermaßen Trocken legen können, um doch noch ein bisschen Schlaf zu bekommen. Leicht zerknirscht treten wir am nächsten Morgen die Rückreise nach Pretoria an und passieren dabei ein Hotel namens Huppelepup ein Verkehrsschild mit der Aufschrift “Highjacking Hotspot“. Hier bekommt man also erst eine Waffe vor die Nase gehalten und dann das Auto abgenommen. Wundern würd es uns derzeit nicht besonders. Wir haben bereits überlegt, ob es bei unserer derzeitigen Negativserie ratsam ist, tatsächlich demnächst ein Flugzeug zu besteigen…

Am frühen Montagnachmittag kommen wir wieder bei Stuart im Syncro Hospital an. Der hat bereits mit der Operation Motorreparatur begonnen, dabei haben wir uns für die kostengünstigere Variante entschieden, die uns zumindest bis nach Durban und das Auto bis in den Container bringen soll. Es bleibt also noch ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass wir das Auto irgendwann mal wieder zum Laufen bekommen. Für heute Nacht kommen wir erst mal wieder in der Twana Lodge unter. Selbstredend gibt es auch wieder in dieser Nacht ein Gewitter. Aber dankenswerter Weise müssen wir es diesmal nicht alleine überstehen, denn der Schäferhund des Betreibers schleicht sich unter das Außenzelt und legt sich so auf das Innenzelt, dass mal wieder ein bisschen Wasser hinein kommt. Außerdem zittert der Hund dermaßen vor Angst, dass er damit unsere Isomatten zum Vibrieren bringt. Dazu riecht er auch noch, wie nasse Hunde eben so riechen. Trotzdem bringen wir es nicht übers Herz das arme Tier hinaus in die Dunkelheit und in das Unwetter zu jagen. An Schlaf ist also auch heute Nacht nicht zu denken. Gott sei Dank war es allerdings nur der Schäferhund und nicht die 70 Kilo schwere Deutsche Dogge, die sich auf unser Zelt gelegt hat. Es könnte also schlimmer sein…oder?

Freitag der 13te

06.01. – Freitag, 13.01.2012

109-donovan-und-sein-handlangerNun sitzen wir hier doch schon wieder 1 ½ Wochen rum und haben immer noch keine konkreten Aussagen zum Zustand unseres Zylinderkopfes erhalten. Erschwerend kam nämlich die Verlängerung der hiesigen Sommerferien dazwischen. Das hieß für uns, dass alle Firmen hier im Umkreis bis einschließlich Dienstag dieser Woche geschlossen hatten und wir keine Hilfe bekommen konnten. An alle Chefs in Deutschland – das wollen wir auch mal einführen! Wir haben uns also entschieden, uns einen Mietwagen zu besorgen. Für nur 21 Euro am Tag gab es eine Kleinwagen von Kia mit unbegrenzten Kilometern und Versicherungen ohne Selbstbehalt (warum haben wir uns eigentlich unseren eigenen Wagen mitgebracht???). Da das Abwarten und rumphilosophieren uns langsam mürbe macht, fahren wir mit unserem neuen Autochen in den Nationalpark. Und plötzlich hat man das Gefühl, man sei winzig klein. Über neun Monate saßen wir in unserem Syncro und konnten die Tiere „von oben“ beobachten bzw. war mit den Elefanten Auge in Auge. Wir hatten Federn, die so lang sind wie jetzt der Durchmesser eines Rades. Das heißt wir hopsen jetzt jeden Kieselstein merkend Auge in Auge mit Schildkröten durch den Busch! Juhu, wir freuen uns schon auf die ersten Elefantenbeine :-)

Da es morgens aber ziemlich schlechtes Wetter ist, sehen wir erstmal fast gar nix. Alle Tiere haben sich im dichten Buschwerk versteckt und sind nicht mehr auszumachen. 115-kackkaefer-bei-der-arbeitNur die Dung Beetles, ins Deutsche übersetzt Kackkäfer, sind fleißig bei der Arbeit. Sie rollen fröhlich die wohlgeformten Elefantenmistkugeln von einer Straßenseite auf die andere. Erst als die ersten Sonnenstrahlen die Wolkendecke zerreißen, haben wir mehr Glück. Wir sehen zwei ziemlich große Hyänen, die sich witternd auf den Weg in die Berge machen. Die große Zebra-, Kuhantilopen- und Kuduherde auf der anderen Straßenseite ist sichtbar erleichtert, dass sich diese Riesenungeheuer aus dem Staub machen. Auf einmal kommen wir auf eine Kreuzung zu, an der sich etwa 10 andere Autos in wilder Formation gereiht haben. Das spricht für eine spektakuläre Sichtung! Endlich der erste Löwe? Hm, erstmal müssen wir einen Platz finden, um ausmachen zu können in welche Richtung die Leute alle starren. Das geht ganz gut, denn wir haben ja ein Miniauto. Aber dann wird’s schwierig, denn aus Schildkrötenperspektive lässt sich 1m hohes Gras nicht so leicht durchforsten. Aber zum Glück passiert das unglaubliche – die Sichtung hebt ein Bein! Aaahhha – es handelt sich wirklich um einen Löwen oder was wir eigentlich nur sagen können, es handelt sich um eine Löwenpfote! Ich unke schon, dass der Addo Parkbesitzer einen Angestellten ins Gras gelegt hat mit einer Pfotenattrappe, die er ab und zu mal in die Luft halten soll, als das Tierchen touristengerecht auch noch für zwei Sekunden den Kopf hebt. Es scheint hier also wirklich Löwen zu geben. Wir vermissen an dieser Stelle erstmals unseren Syncro, den wir in den letzten Tagen gedanklich insgeheim schon auf jede erdenkliche Weise verschrottet haben. Aus der Busperspektive hätten wir bestimmt mehr gesehen. So entschließen wir uns weiterzufahren, denn da hatten wir nun wirklich schon wesentlich spannendere Löwenbegegnungen. 114-unser-erster-karakalUnd diese Entscheidung soll belohnt werden, denn wir entdecken im Vorbeifahren eine Katze, die wir auf unserer Reise noch gar nicht gesehen heben. Zwischen den Büschen liegt ein Karakal oder auch Rotkatze (Rooicat) genannt. Mit ihren langen Hinterbeinen und den Büscheln am Ohr sieht sie etwas aus wie eine Mischung aus Katze, Hase und Pinselohrschwein. Einen Karakal zu sehen ist eher selten und so freuen wir uns, dass wir nicht weiter dem Löwenpfotenschauspiel verfallen sind.

113-noch-n-schweinAuf dem Weg zurück zum Eingangstor passiert noch etwas Spannendes. Wie schon erwähnt, befinden wir uns augentechnisch auf Elefantenkniehöhe. Bei dem Elefanten, den wir jetzt zu sehen bekommen sollen, wird uns diese Perspektive aber noch einmal erschreckend deutlich vor Augen geführt… Wir passieren eine „No Entry“ Stichstraße als ich aus den Augenwinkeln sehe, wie ein relativ großer einzelner Elefantenbulle schräg hinter uns aus dem Busch pirscht. Bei nochmaligem Hinsehen erkenne ich, dass es sich nicht nur um einen „relativ großen“ Bullen handelt, sondern um ein Riesenmonster von Elefant – nahezu Mammutausmaße! Oh mann, das ist nicht witzig, denn er scheint sich einen Spaß daraus zu machen, die Touris zu ärgern. Immer wenn man anhält, beschleunigt er seine Schritte und wenn man dann Gas gibt damit er einen nicht auffrißt, dann trödelt er  wieder rum. Er hat etwas um den Hals hängen was aussieht wie ein abgerissenes Seil, vielleicht ist er aus diesem Grund nicht so wirklich entspannt. Wir nennen in „Grumpy“, das heißt mürrisch auf Englisch. Bei diesem Spielchen stellen wir etwas Interessantes fest. Auf den Rückspiegeln unserer Autos steht ja manchmal: „Objekte im Rückspiegel sind näher als sie erscheinen“. Bei diesem possierlichen Tierchen wird uns dieser Satz erst so richtig bewusst. Schaue ich in meinen Seitenspiegel, dann sehe ich den Elefanten in normalen Ausmaßen. Schaue ich mir allerdings über die Schulter, dann bekomme ich eine Gänsehaut. Wir haben mal ein Foto gemacht von einem anderen Auto, das ebenfalls an Grumpy vorbeimusste. Sie fahren das gleiche Auto wie wir. Anhand des Fotos sieht man, von was für Größenverhältnissen wir sprechen…

Aber alles ist gutgegangen, er wollte wohl nur spielen 😉

116-grumpy

Ein paar Minuten später, es ist kurz vor Feierabend, müssen wir wieder anhalten, denn eine ganze Gruppe Elefanten möchte gerne den gleichen Weg benutzen wie wir. Wir machen freiwillig Platz, stellen den Motor aus und verhalten uns ruhig. Es sind etwa 12-15 Tiere jeder Altersklasse. Sie sind aber sehr brav und schreiten völlig entspannt an uns vorbei. Ich filme das alles, die Tiere sind so nah an uns dran, dass ich keinen Zoom benötige und Jens auch wieder schöne Elefantenaugenfotos machen kann ohne das Objektiv ausfahren zu müssen. Tolle Erfahrung!

Am nächsten Tag sind wir nur einen halben Tag im Park (wir sehen wieder ein neues Tier: einen HASEN!), denn heute fängt die Firma, die unseren Zylinderkopf untersuchen wird, wieder an zu arbeiten. 108-hobbywerkstatt-orange-elephantLeider kriegen wir bis abends keine Informationen, so dass wir am nächsten Tag selber zur Firma fahren. Die erste Einschätzung besagt schon nix Gutes. Der Chef persönlich bringt uns die Nachricht, dass der Kopf verzogen zu sein scheint und das bedeutet entweder große Nacharbeiten oder aber einen neuen Zylinderkopf (schon wieder einen :-( ). Er will aber noch weitere Tests machen und sich wieder melden. Wir tauschen also unser Mietauto gegen ein neues, da wir wohl doch noch länger hier festsitzen werden. Diesmal gibt’s einen Chevi Spark (und da wir Stammkunden sind –kostenlos mit Klimaanlage!). Supi, aber wir müssen aufs Geld achten und können uns keinen Polo leisten.

Der nächste Tag soll dann endlich eine Entscheidung bringen, leider handelt es sich heute um Freitag den 13. Und wie nicht anders zu erwarten lautet die Diagnose: Zylinderkopf total verzogen und noch ein paar schlimme Sachen mehr, die aufzulisten sich nicht lohnt. Unterm Strich kann man jedoch sagen: Da ist nix mehr zu machen, eine Nacharbeit kostet etwa so viel wie ein Austauschmotor und es ist nicht einmal sicher gestellt, dass unser Motor dann überhaupt wieder laufen würde. Ach ja, ich vergaß, dass wir auch noch mitgeteilt bekommen haben, dass unser Kühler ebenfalls verstopft ist (was wohl der Grund für die Überhitzung war) und nicht mit Druckluft saubergepustet werden kann, da er aus Altersschwäche explodieren würde!

118-einmal-abschleppen-bitteAm Ende dieses großartigen Tages sind wir bei Option Nr. 3 von letzter Woche, wir werden das Auto mit nem LKW ins 1300km entfernte Pretoria zum Syncro Hospital bringen lassen und ihn dort einer Grundüberholung unterziehen. Das wird wohl oder übel das Beste sein. Vielleicht treffen wir da auch den Schlumpf wieder – Kathi und Ferdi, die mit dem blauen Syncro vom Strand in Mombasa. Die sind nämlich auch grade im Hospital zu Gast…

Neues Jahr – kein neues Glück

27.12.2011 – 05.01.2012

Da wir bereits über Stellenbosch und andere Weingebiete Richtung Westen gefahren sind und auch die Küstengegend von Westen Richtung Kapstadt kennen, entschieden wir uns diesmal, zwischen unseren beiden letzten Routen hindurch zum Bontebok Nationalpark zu fahren. Wie schon erwartet kann man die Caravanparks schon von Weiten erkennen, denn sie erscheinen als riesiger weißer Fleck inmitten der ansonsten sehr grünen Landschaft. 084-buntbock-im-bontebok-parkAber im Nationalpark selber können wir noch einen Stellplatz ergattern. Wir sind abends bis auf einen kurzen Spaziergang im Park eigentlich nur damit beschäftigt, andere Leute zu beobachten. Die Südafrikaner sind echt verrückte Leute. Die Prozedur sieht etwa folgendermaßen aus: Ankunft im vollbesetzen und – beladenen Pick-Up, wahlweise Toyota Hilux oder Land Cruiser. Dieser wird dann erst mal komplett leergeräumt. Das heißt, plötzlich stehen neben dem Fahrzeug für jeden Gast ein Stuhl, mehrere Tische, riesige Zelttüten, noch größere Kühlboxen, Fahrräder, Spielzeug für die Kleinen, Bierkästen für die Großen, Kühlschrank oder gerne auch mal zwei und jede Frau trägt mit mindestens zwei Reisekoffern plus einem Schminkkoffer zum Wachsen des Berges bei…. Irgendwann ist dann die neue Kleinstadt erbaut und fertig eingerichtet (das macht natürlich nur der Mann, während die Kinder schon im halb fertig aufgebauten Zelthaus herumtoben müssen und die meistens leicht übergewichtige Frau erst mal einen Liter Cola auf die Anstrengung trinkt). Wenn dem so ist, dann wird der Grill – hier Braai genannt – angezündet und die unheimlichen Riesensteaks oder die allseits beliebte Boerewurst (Wurst aus Hackfleisch) zubereitet. Mit Grünzeug hält man sich hier übrigens nicht lange auf (braucht man auch nicht wenn man 1 kg Fleisch verputzen muss 😉 ) Ja ja man sieht, es wird immer was geboten.

086-ausser-buntbock-gabs-noch-solche-zu-sehenDer Bontebok Park an sich ist nicht sonderlich spannend. Morgens machen wir eine Fahrt auf der Suche nach den versprochenen Buntböcken und Zebras. Wir finden ein paar der wirklich schönen Antilopen, die Zebras bleiben allerdings im Verborgenen. Am späten Vormittag machen wir uns wieder auf den Weg, unser Ziel für heute ist Mossel Bay wieder mal am Ozean.
Wir passieren Heidelberg und kommen am Nachmittag in Mossel Bay an. Leider ist dieser Ort wirklich überhaupt nicht sehr schön und die Farm, die wir zum Übernachten ansteuern, ist vollkommen ausgebucht. Hm, wir beschließen, den anstehenden Bergpass in Angriff zu nehmen und doch heute schon nach Oudtshoorn weiter zu fahren. Hier gibt es nämlich die Cango Caves (Tropfsteinhöhlen), die wir uns anschauen wollen. Der Robinsonpass, den wir bezwingen müssen, lässt wieder einmal den Eindruck entstehen, wir seinen nicht mehr in Afrika, sondern irgendwo in Norwegen unterwegs. Grüner Nadelwald, steile Berghänge und dazu die diesige Luft der an den Bergen hängenbleibenden Wolken. In der letzten Zeit haben wir immer ein mulmiges Gefühl, wenn wir Berge fahren müssen, denn wir haben ein merkwürdiges hämmerndes Geräusch auf der rechten Hinterachse, was wir von außen nicht so recht analysieren können. Abends kommen wir aber heile in Oudtshoorn an und finden sofort eine Unterkunft in einem der hiesigen Backpackers. Oudtshoorn hat seinen Reichtum übrigens den hier ansässigen Federbaronen zu verdanken. Straußenfederschmuck war mal der Hit in Amerika´s High Society. Allerdings kann man die prächtigen Villen der Barone kaum noch ausmachen zwischen den ganzen Hotels und Restaurants. Eigentlich fallen nur die riesigen Straußenfarmen auf.

Morgens bekommen wir zwei Gutscheine von der “Herbergsmama“, der eher an einen Hell´s Angel erinnert. Ein großer kräftiger Mann mit Glatze, Tätowierungen und Rockerbart. Mit diesen Zetteln kriegen wir Rabatt in den Höhlen und auch auf einer Tierfarm, auf der man Großkatzen und Krokodile und sowas sehen kann. Allerdings müssen wir unsere Pläne wieder einmal ändern, denn die Höhlen sind derartig voll, dass wir 3 ½ Stunden auf die nächste Führung hätten warten müssen. Und da wir im Gegensatz zu den meisten anderen hier ja viel Zeit haben, buchen wir kurzerhand für den kommenden Vormittag eine Führung und fahren wieder zurück. Nun haben wir einen ganzen Tag für die Cango Wildlife Farm. Auch hier ists sehr gut besucht, aber auszuhalten.

089-herr-leopardMan kann sich die Farm ein bißchen wie einen kleinen Zoo vorstellen nur dass man hier die Möglichkeit hat, kleine Geparden oder weiße Tigerbabys zu streicheln oder mit Krokodilen zu baden. Wir treffen außerdem Kapgeier, Marabus, Zwergnilpferde und weiße Löwen. Am allermeisten Zeit halten wir uns aber am Gehege der beiden Leoparden auf, einem Männchen und einem die ganze Zeit schlafendem Weibchen. Wie immer stellen wir fest, was für wunderschöne Tiere das doch sind. Jens schießt etwa 650 Bilder vom Leopardenmann…

092-in-den-cango-cavesAm nächsten Morgen machen wir uns dann also wieder auf den Weg zu den Tropfsteinhöhlen. Die Cango Caves gehören zu den größten Höhlen der Welt. Früher haben hier die Buschmänner oder San gelebt. Da sie aber kein tragbares Licht hatten, konnten sie nur einen Bruchteil des gesamten Höhlensystems bewohnen. Heute beinhaltet die Standardführung 6 Höhlen. Es gibt noch eine Abenteuertour, bei der man noch weiter in die Höhlen eindringen kann, allerdings kann man da weder Kamera noch Rucksack mitnehmen, noch darf man übergewichtig sein oder Platzangst haben. Teilweise ist der „Gang“ bei dieser Tour nur 60cm hoch auf einer Länge von 3m und die Felsspalten sind so schmal, dass man mit Gepäck hängen bleiben würde. Unser Guide hat erzählt, es sei mal eine Frau trotz Verbot (sie hatte die Bedingungen nicht erfüllt) mitgelaufen und ist stecken geblieben. Es mussten erst Seile, Vaseline und andere Gerätschaften besorgt werden, bis man sie wieder befreien konnte – das alles hat 11 Stunden gedauert! Wir haben uns zum Glück für die Standardtour entschieden und können Euch so auch Bilder zeigen. Es ist wirklich beeindruckend, was die Natur zaubern kann! Riesige Stalagmiten (das sind die, die von unten nach oben wachsen) und Stalaktiten (das sind die, die von der Decke hängen) in den kuriosesten Formen gibt es hier zu sehen. Ein besonders großes 093-dimensionen-der-tropfsteinhoehleExemplar nennen sie Mugabe, nach dem Präsidenten von Simbabwe – „egal was man tut, man kriegt ihn nicht von seinem Platz…“ Die kleinsten Zipfel von etwa 10cm Länge sind etwa 1000 Jahre alt und werden Babystalaktiten genannt. Früher wurden in diesen Höhlen Klassikkonzerte gegeben wegen der tollen Akustik, aber leider haben viele Besucher dieser Konzerte gemeint, wenn sie schonmal Eintritt zahlen, dann könnten sie doch auch gleich ein Stück Stalaktit mitnehmen. So gibt es unzählige dieser jahrtausendalten Tropfen, die keine Spitze mehr haben (dauert ja auch nur 2-5 Tausend Jahre bis das nachwächst…) Traurig traurig. Von der Klientel eines Klassikkonzertes sollte man eigentlich etwas mehr Verstand erwarten können.

Nach diesem faszinierenden Besuch setzen wir unsere Reise fort. Wir wollen über George entlang der Garden Route weiter gen Osten fahren. Die weltberühmte Garden Route ist eine landschaftlich wirklich schöne Strecke. Sie führt durch hübsche kleine Städtchen, ist gesäumt von Freizeitparks und bietet vielfältige Freizeitmöglichkeiten von Quadfahren, Pony-, Strauß- oder Kamelreiten über  Wandern, Schwimmen bis hin zu Streichelzoos. 096-bloukrans-bungeejumpLeider ist sie aber zum jetzigen Zeitpunkt hoffnungslos überfüllt so dass wir dieses amerikanisch angehauchte Stück Südafrika nicht näher miterleben können. Wir kehren in einem Buschmann-Campingplatz ein, der direkt an der Bloukrans-Brücke gelegen ist. Hier kann man sich todesmutig in die Schlucht stürzen und ein Zertifikat über das Absolvieren des welthöchsten Bungeesprunges einheimsen. Wir begnügen uns damit, uns mit einer Flasche Rotwein und Kräcker an den Aussichtspunkt zu setzen und den Verrückten zuzugucken, die sich in die über 200 Meter tiefe Schlucht stürzen.

Am Tag vor Silvester kommen wir in Jeffreys Bay an. J-Bay wie der coole südafrikanische Surfer sagt, ist das Mekka diese Wellenreiter. Und so verwundert es nicht, dass wir heute zum ersten Mal wirklich vier Stationen abfahren müssen, bis wir einen Stellplatz für uns und den Syncro finden. Es ist wieder einmal ein Backpacker. Voll mit südafrikanischen Jungendlichen – kleinen zierlichen Blondinen und angsteinflößend breitschultrigen Halbstarken. Wir erfahren im Laufe unseres Aufenthaltes auch den Grund dieser Erscheinungen, es handelt sich um Rugbyspieler mit ihrem „Spielerfrauen“. Aber alles in Allem ist es ganz nett hier, sodass wir beschließen, Silvester hier zu verbringen. 097-silvester-am-strandDie Party steigt am Strand, das heißt, zum ersten Mal in unserem Leben feiern wir in kurzen Hosen und T-Shirt ins neue Jahr hinein 😀 . Es sind tausende Leute am Strand und ignorieren fröhlich das Schild „dies ist ein alkoholfreier Strand“, welches an jedem Dünendurchgang steht. Geböllert wird hier fast gar nicht, lediglich ein paar Raketen werden abgefeuert und jede davon wird frenetisch gefeiert. Dafür wird aber umso mehr getrunken! So verwundert es nicht, dass am nächsten Morgen nicht nur wir beschließen, noch einen Tag länger zu bleiben, sondern der Garten gesäumt ist mit aufgrund der Hitze ins Freie gezogenen Matratzen und schlafenden oder vor sich hin vegetierenden jungen Leuten drauf…

Eine kleine Anekdote der gestrigen Nacht: Es ist hier scheinbar Sitte, dass sich jede Partygesellschaft eine großes Loch am Strand gräbt (fast so wie die gute alte deutsche Strandburg) und sich abends alle dort einfinden, um darin zu feiern. Wir sitzen also in der Silvesternacht mit mindestens 10 schwergewichtigen Rugyspielern und deren Damen in einem Sandloch und feiern ins neue Jahr, als plötzlich neben uns ein Silversterkracher los geht. Einer der Muskelmänner erschreckt sich derart, dass er laut zu fluchen beginnt und scheinbar ein Partymitglied aus dem Sandloch nebenan damit verunglimpft. Der etwa 70 kg schwere Nachbar fühlt sich offensichtlich in seiner Ehre gekränkt und baut sich so imposant wie nur irgend möglich neben unserer Sandburg auf und reckt herausfordernd Kinn und Brust heraus. Leicht amüsiert können wir beobachten, wie 10 Muskelmänner aus unserem Loch eher verächtlich ihre Augenbraue heben und den vermeintlichen Helden mitleidig anschauen. Ausgerechnet der größte unter ihnen tritt an den Eindringling heran, legt väterlich seinen Riesigen Arm um die dürren Schultern des Gekränkten und versucht ihn zu beruhigen. Und nun kann man förmlich im Gesicht unseres Helden ablesen, wie langsam aber sicher die Erkenntnis in ihm aufkeimt, dass er sich vermutlich doch mit dem falschen Strandloch anlegen möchte. Denn aus Entschlossenheit wird Zweifel und aus Zweifel scheint der Drang zur Flucht zu werden. Denn schließlich hat er es doch sehr eilig wieder zurück in den Schutz seiner eigenen Sandburg zu gelangen. Den Rest des Abends ward er nicht mehr gesehen….

100-endlich-wieder-elefanten

Tja und am zweiten Tag des neuen Jahres legen wir das momentan letzte Stück unserer Reise zurück. Wir fahren zum 50km nördlich von Port Elisabeth gelegenen Addo Elephant Park, auf den wir uns beide ob der endlich mal wieder  gesichterten Tiersichtungen freuen. Wir checken im Orange Elephant ein, einem Backpackers 8km vor dem Haupttor des Parks. Im Park selber war kein Platz mehr zu bekommen. Wie in fast jeder Unterkunft dieser Art vorher auch, stehen uns hier eine Selbstversorgerküche, WiFi, Billardtisch, Bar und ein Wohnzimmer zur Verfügung. Wir haben für drei Nächte gebucht, da wir mit unserer Wild Card ja umsonst in den Park reinkommen und das auch ausnutzen wollen. Unser erster Besuch im Addo Elephant NP bringt uns endlich mal wieder einen Elefanten vor die Linse (ich hätte mir ja nicht träumen lassen, dass ich mich wirklich mal wieder über einen Elefanten freue 😉 ). 098-im-addo-elephant-npDie Tiere hier sind super entspannt und an Autos gewöhnt, sodass wir recht nah rankommen. Außer Elefanten sehen wir noch Büffel, Kudus und Kuhantilopen sowie ein paar Schildkröten, Warzenschweine, Schakale und Magusten. Aber keine Katzen. Hier soll es Löwen geben und Leoparden wurden angeblich heute auch schon gesichtet. Uns ist das Glück heute nicht hold und wir machen uns auf den Weg nach Hause. Man sagt uns am Parkeingang, dass wir als Tagesbesucher erst um 7 Uhr den Park befahren und bereits um 18.30Uhr wieder verlassen müssen. Das ist schade, denn somit wird uns eigentlich jede Möglichkeit auf Raubkatzen genommen. Denn hier herrschen momentan ab 9 Uhr vormittags schon an die 30°C, sodass die Tiere bereits zwischen 6- und 8 Uhr Schattenplätze aufsuchen. Die Vegetation in diesem Park ist so dicht, dass es sehr schwer ist, die Tiere überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Aber nu, wir können´s nicht ändern und stehen am nächsten Morgen um Punkt 7 Uhr am Tor. Unserer Tradition treu frühstücken wir erstmal an einem der Wasserlöcher. 102-kuessen-die-etwaHier ist gerade Elefanten rush-hour. Hunderte Tiere stehen in der näheren Umgebung rum und wollen Trinken. Dabei kommen sie so nah an unserem Auto vorbei, dass wir sie anfassen könnten. Da wir in unserem Auto aber keine Bedrohung darstellen und solange die Guides in den offenen Safariautos total relaxt hinterm Steuer sitzen, machen wir uns auch mal keine Sorgen deswegen. Nach einer Weile setzen wir unsere Erkundungstour Richtung Süden fort. Der Park wird durch eine Straße für Transitverkehr in zwei Teile geteilt. Den südlichen Teil kennen wir noch nicht, vielleicht gibt’s da ja Löwen? Nu ja, vielleicht gibt es sie, aber wir sehen sie nicht. Nur eine interessante Elefantenbegegnung können wir miterleben. Ein ziemlich großer Elefantenbulle läuft gemütlich die Straße entlang, links und rechts ist dichtes Buschwerk. Ein anderer Parkbesucher ist besonders mutig und begleitet das mächtige Tier in nur geringem Abstand auf der anderen Straßenseite. Gott sei Dank ist der Elefant auch diesmal ziemlich gutmütig und stört sich nicht an dem Auto. Nach ein zwei Kilometern ist 104-man-teilt-sich-die-strassen-hieres ihm wohl langweilig und er verschwindet spurlos (was schon was heißen muss bei diesen Tieren) im Busch. Jens hätte gern mit dem anderen Fahrer getauscht, aber der hatte keinen Sinn für andere Leute und hat leider keinen Platz gemacht. Auf der weiteren Fahrt treffen wir auf zwei Elefanten, einen schlammbedeckten Bullen und eine graue Kuh. Der runde Schlammabdruck auf ihrem Hintern und an beiden Schultern lassen darauf schließen, dass wir sie bei etwas gestört haben könnten. Aber selbst davon lassen sich die hiesigen Elefanten nicht aus der Ruhe bringen, so dass ich schon fast wieder meine alte Sympathie für diese Tiere empfinde.

Doch dann nimmt das Schicksal seinen Lauf und wir kommen nicht mehr dazu, noch engere Freundschaft zu schließen.

Plötzlich schießt der Pfeil der Temperauranzeige in den roten Bereich. Der Lüfter springt nicht an, wie uns jetzt auffällt. Und das am Fuße eines Hügels. Heißt für uns, erstmal Motor abschalten und gucken was passiert. Als der Motor nicht mehr läuft hören wir, dass es hinten aus dem Auto ziemlich unangenehm zischen… Oh ha, was nun? Wir befinden uns immer noch im Park und es gibt immer noch (auch wenn wir sie nicht sehen) Raubtiere. Und Elefanten und Büffel, die auf Fußgänger vielleicht nicht so entspannt reagieren. Uns bleibt nichts übrig, als etappenweise aus dem Park rauszufahren. Heißt, einige Meter fahren, anhalten, Motor aus, wenn Temperatur etwas runter ist, weiterfahren. Das geht etwas an die Nerven und wir würden am liebsten laut schreien. Das hilft aber wahrscheinlich nicht, also krabbeln wir auf diese Weise zurück zum 6km entfernten Campingplatz (wir können die Transitstraße als Abkürzung benutzen – zum Glück!).
Jetzt ist wieder einmal Schrauben angesagt. So richtig schlau werden wir allerdings nicht, denn das Kühlersystem verhält sich bei jeden Test den wir durchführen anders. Um etwas runter zu kommen, beschließen wir, für heute nichts mehr zu machen und morgen in alter 107-vw-bus-so-wirds-gemachtFrische uns dem Fehler mit Hilfe unseres „VW Bus – so wird´s gemacht“ – Buch von Grund auf zu nähern. Wir tippen auf kaputtes Thermostat, es könnte aber auch ein verstopfter Kühler oder ein defekter Thermoschalter sein. Das wären die einfachsten Sachen… John, der Besitzer der Unterkunft bietet uns an, dass er uns nach Port Elisabeth mitnehmen kann, um Teile zu besorgen. Wir ziehen auch noch unseren südafrikanischen Joker und rufen den Besitzer der Syncro Klinik an, der uns im Kalagadi NP von Oscar empfohlen wurde. Was der sagt, ermutigt uns leider gar nicht, denn er befürchtet, dass schon mehr kaputt ist und wir uns vor dem nächsten neuen Zylinderkopfkauf befinden! Die Tests, die er uns beschreibt, bestätigen leider diese Vermutung. Nun sitzen wir hier wieder einmal fest, denn wir können mit dem Bus so nicht weiterfahren. Da wir hier 50km von der nächsten Stadt entfernt sind vertreiben wir uns die Zeit mit Billard spielen, James Bond gucken, anderer Leute Reifen wechseln (Grüße an die 5 Freiwilligen, hoffen, Euer Reifen hat bis PE gehalten?), lassen uns von Hunden beißen (es gibt 5 plus das Beißmiststück), gucken, was Mietautos kosten und rumhängen.

105-nachbarschaftshilfe

Wir erwarten aber Hilfe, haben mehrere Optionen offen und hoffen, Euch bald gute Neuigkeiten berichten zu können! Vielleicht dauert der Zwangsaufenthalt ja diesmal keine drei Wochen 😎

Bis nächstes Jahr!

Falls wir uns nicht mehr sehen 😉 wünschen wir Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Wir werden übrigens Silvester in Jeffrey´s Bay am indischen Ozean bei 30° C und herrlichstem Sonnenschein feiern.

Und dann möchten wir noch den Geburtstagskindern der letzten Tage gratulieren: Alles Gute nachträglich Anke und Christel!

Weihnachten am Tafelberg

20.12.-26.12.2011

Eigentlich war es ja schon beschlossene Sache, dass wir heute wieder aus Kap Agulhas bzw. Struisbaai abreisen, aber irgendwie scheinen wir uns nur schwer lösen zu können. Wir bleiben noch einen Tag, den wir am Pool und im Hafen vertrödeln. 068-entlang-des-atlantiksTags drauf schaffen wir aber dann tatsächlich den “Absprung“ und fahren wieder in Richtung Kapstadt, wo wir Weihnachten verbringen wollen. Und da so herrliches Wetter ist, fahren wir einen großen Teil der Strecke immer an der Küste entlang und werden  mit Traumstraßen belohnt. Das schwarze Asphaltband schlängelt sich kurvenreich an der Steilküste entlang, was hier vor allem die Motorradfahrer zu schätzen wissen. Einen Zwischenstopp für die Nacht legen wir in Gordon’s Bay ein. Außer einem Buchladen, in dem man internationale Lektüre findet, gibt es in diesem kleinen Städtchen nicht viel zu entdecken. Aber wenigstens kann Janina ihren Buchbestand hier wieder aufstocken. Und die Tatsache, dass sie sich hier ein “Hoischen“ kauft, ein Tabellenbuch für technische Zeichner (Insider werden ihn noch aus dem Studium kennen und vermutlich hassen), ist ein ganz klares Indiz dafür, dass auch bei uns so langsam aber sicher die Erkenntnis angekommen ist, dass sich unsere Reise dem Ende neigt. Nicht nur, dass wir uns schon Gedanken um unsere berufliche Zukunft nach Afrika machen, wir haben sogar in Struisbaai schon die Verschiffung unseres Autos in trockene Tücher gepackt und auch unsere Flugtickets nach Hause gebucht. Am 02. März werden wir in Johannesburg in unseren Flieger steigen der uns über Dubai nach Düsseldorf fliegen wird. Und am 03.03.2012 werden wir dann nach mehr als 11 Monaten wieder heimatlichen Boden betreten. Aber ob wir uns darüber freuen oder doch eigentlich eher heulen sollten, muss sich erst noch herausstellen. Unser drittes Teammitglied können wir dann voraussichtlich Ende März im Hamburger Hafen abholen, vorausgesetzt die Verschiffung mit Hellmann läuft glatt.

Aber da es bis dahin noch etwas mehr als 2 Monate sind, machen wir uns darüber erst später Gedanken und genießen bis dahin noch ein wenig unsere Freiheit. Weihnachten werden wir wie gesagt in Kapstadt verbringen und dazu haben wir uns für einige Nächte im “Salty Crax“, einem Backpackers im Stadtteil “Table View“, eingemietet. Hier schlafen wir das erste Mal seit Tansania wieder in einem richtigen Bett!!! Von hier aus ist es noch ein ganzes Stück in die kapstadter Innenstadt. 071-die-stadt-am-fusse-des-tafelbergsDer öffentliche Nahverkehr ist für eine Millionenstadt erschreckend unterentwickelt und so entscheiden wir uns mit dem eigenen Auto ins Stadtzentrum zu fahren. Etwas wovon einem normalerweise jeder abrät, wegen der vermeintlich hohen Rate an Diebstählen aus parkenden Autos. Kaum nähert man sich in Südafrika einer etwas größeren Stadt, bekommt man erzählt, dass einem hier vermutlich der Wagen ausgeräumt wird. Sogar auf dem (bewachten) Campingplatz in Gordon’s Bay wurde uns dazu geraten, Tisch und Stühle abends ins Auto zu räumen, da sie sonst am nächsten Morgen wohl jemand Anderem gehören würden…. Ob das nun alles Paranoia ist oder Tatsache, können wir noch nicht beurteilen, denn bislang hat sich noch niemand an unserem Bulli zu schaffen gemacht. Sogar die außen angebrachte Schaufel ist noch da wo sie hin gehört.

Wir finden einen bewachten Parkplatz, auf dem man für nur 20 Rand (2€) den ganzen Tag parken kann (versucht das mal in Osnabrück zu finden, geschweige denn in Hamburg). Da er auch noch sehr zentrumsnah liegt, können wir die Stadt bequem zu Fuß erkunden. Dazu haben wir uns natürlich einen Tag mit herrlichstem Regenwetter ausgesucht. Und so eilen wir von Laden zu Laden und versuchen so wenig Regen wir möglich einzufangen.

072-kapstadts-innenstadtTags drauf lacht dann die Sonne schon wieder vom Himmel und somit entscheiden wir uns dann für eine open Air Doppeldecker Stadtrundfahrt mit den berühmten knallroten hopp on, hopp off Bussen. An Bord gibt es Kopfhörer für jeden und in der jeweiligen Landessprache bekommt man während der Fahrt interessante Fakten zur Stadt, ihrer Geschichte und den einzelnen Vierteln erzählt. So lernen wir auch, dass der bewachte Parkplatz, auf dem wir auch heute unser Auto geparkt haben, im berüchtigten Distrikt 6 liegt. Soso, aber da wir den Bulli direkt vor dem Häuschen des Parkwächters geparkt haben, beunruhigt uns das wenig. Die Fahrt führt an der alten Festung der Holländer vorbei, durch die Innenstadt und hinauf zur Seilbahn, die einen auf die Spitze des Tafelberges transportiert. Wer will kann hier aussteigen und (wie auch an jeder anderen Haltestelle) und mit einem späteren Bus die Fahrt wieder fortsetzen. Wollen wir aber nicht, das haben wir uns für Heilig Abend vorgenommen. Wir bleiben im Bus und werden auf der anderen Seite des Berges durch die begehrten und teuren Stadtteile Camps Bay und Bantry Bay chauffiert. 069-camps-bayWer hier wohnt, hat es geschafft. Und nicht selten verfügen die Anwohner über eigene Aufzüge, die sie und vor allem ihre Einkäufe zu ihren Domizilen in den Felswänden über der Bucht bringen. Bei Stromausfall muss man dann allerdings doch wohl zu Fuß laufen.

Am Aquarium verlassen wir den Bus und machen erst mal eine kleine Mittagspause. Das “Two Oceans Aquarium“ und die Vergnügungsmeile an der “V&A Waterfront“ machen einen ganz netten Eindruck und wir setzten sie mal auf unsere zu-Erledigen-Liste für die nächsten Tage. Wir entern den nächsten verfügbaren Doppeldecker Bus und werden weiter durch die Stadt kutschiert. Wir kommen an einer Ecke vorbei, die wir schon gestern bei Regen zu Fuß erkundet haben. Hier gibt es eine Traditionsmeile, die in Kapstadt seit über 100 Jahren unverändert vorhanden ist und zwar verkaufen Einheimische hier Blumensträuße für 20 Rand das Stück. Gestern hatte Janina gedacht, sie hätte sich verhört, als ein Mann sagte, es gibt zwei für 30 Rand, denn das sind umgerechnet etwa 3 Euro! Da gibt es wohl keine Ausreden mehr für die Männer unter den Kapstädtern…

Unter anderem kommen wir auch durch den bereits erwähnten Distrikt 6, aus dem zu Zeiten der Apartheit die Menschen zwangsumgesiedelt wurden. Zufällig kommen wir auch an unserem Parkplatz vorbei auf dem unser Bulli mittlerweile fast mutterseelenalleine steht. Die Parkwächter haben wohl schon Feierabend und diejenigen, die das wissen, haben ihre Fahrzeuge offensichtlich vorsichtshalber schon in Sicherheit gebracht. Im Vorbeifahren sehen wir allerdings, dass noch alle Scheiben heile sind, soviel zur stets lauernden Gefahr. Wir bekommen unseren Syncro jedenfalls unversehrt zurück.

075-platteklip-wanderwegUnd schon ist heilig Abend. Wie gesagt werden wir heute den Tafelberg erstürmen. Und für den Weg nach Oben haben wir uns nicht die Seilbahn ausgesucht, sondern den Wanderweg durch die Platteklip Schlucht. Voraussichtliche Dauer, 2,5 Stunden ohne Pause. Und da wir die eine oder andere Pause einlegen, um die Aussicht zu genießen 😉 , liegen wir mit 3 Stunden ganz gut in der Zeit. Über steile und eng gewundene Pfade geht es dem platten Gipfel entgegen. Oben angekommen wird man für seine Mühen mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. In alle Richtungen kann man von hier oben auf die Millionenmetropole am Kap hinunter blicken, die aus dieser Perspektive eigentlich einen sehr friedlichen Eindruck macht. Wir sehen die vornehmen Viertel an der Küste, an deren Strände der Atlantik brandet. Draußen vor der Stadt liegt Robben Island, die Insel auf der Nelson Mandela so viele Jahre seines Lebens in politischer Gefangenschaft verbringen musste. In Green Point liegt das neue Fußballstadion, in  dem noch letztes Jahr so viel gefeiert wurde. 074-kapstadt-von-obenUnd auch den großen Überseehafen kann man von hier oben beobachten. In unserem schweren Rucksack, den wir den Berg hinauf geschleppt haben, befindet sich unser Picknick. Und das breiten wir nun bei herrlichstem Sonnenschein aus und laden unsere Akkus wieder auf. Für den Weg nach unten haben wir uns dann für die Seilbahn entschieden, die uns innerhalb weniger Minuten wieder ins Tal fährt. Das war wohl der sportlichste Heiligabend, den wir ja verbracht. Nix isses mit weihnachtlicher Gemütlichkeit und großem Weihnachtsbraten.

Den ersten Weihnachtstag verbringen wir dann im Aquarium, wo wir uns anschauen dürfen, wie die Haie von zwei Tauchern gefüttert werden, die wie der Nikolaus und einer seiner Elfen verkleidet sind. Die Haie haben zwar wenig Hunger, aber dafür scheint die riesige Meeresschildkröte umso mehr Appetit zu haben. Das Aquarium ist zwar ganz nett, aber mit dem Tropenaquarium in Hagenbeck’s Tierpark kann es natürlich in keinster Weise konkurrieren 😉  .

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Den Rest des Tages flanieren wir dann durch die “V&A Waterfront“ (V steht für Victoria und A für Alfred). Quasi eine Vergnügungsmeile im Hafen mit vielen Cafés und Restaurants. Für uns beinahe so etwas wie Pirschfahrt, denn anstatt wilde Tiere zu Beobachten, gucken wir uns hier einfach die Menschenmassen an. Und das ist fast genauso interessant.

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Am zweiten Weihnachtstag (den es in Südafrika gar nicht gibt), müssen wir schon wieder aus unserer Herberge auschecken. Nach über zwei Wochen in der Kapregion setzten wir unsere Reise entlang der Küste fort. Ab jetzt wird es vermutlich etwas schwieriger ein freies Plätzchen auf einem Campingplatz zu finden. Denn ganz Südafrika hat Ferien und die verbringt sie am liebsten an der Küste.

Von Hamburg nach Kapstadt … und weiter

11.12.-19.12.2011

041-ankunft-in-kapstadt-der-tafelbergUnsere Erfolgsmeldung haben wir ja bereits verbreitet. Am 10.12.2011 schlagen wir das erste Mal in Kapstadt auf und müssen uns erst mal umstellen, Großstadtverkehr! Ampeln, Vorfahrtsregeln und Stau. Wann hatten wir denn das zum letzten Mal? Wir fahren einmal längs durch die Stadt und schauen auf dem Weg schon mal bei unserer Herberge für Weihnachten vorbei, dem Saltycrax. So wie es aussieht werden wir den Altersdurchschnitt hier gehörig nach oben setzen. Wir erkunden die Altstadt und bemerken, das Kapstadt ziemlich groß ist. Nachdem wir mal wieder die Vorräte aufgefüllt haben “flüchten“ wir in Richtung Muizenberg, einem kleineren Örtchen vor den Toren Kapstadts. Das Wetter hat zurzeit wenig Sommerliches zu bieten, zwar scheint die Sonne die meiste Zeit, aber es weht ein eisiger Wind von Süden, der die Brandung in der Bucht vor Muizenberg ziemlich aufpeitscht. Dementsprechend haben auch eher die Surfer ihren Spaß im Wasser und weniger die Badegäste. Wir laufen entlang der Strandpromenade und entdecken einen Mann vom Haibeobachtungskommando. 044-wellenreiter-paradiesAm dazu gehörigen Fahnenmast weht eine schwarze Flagge mit einem weißen Hai darauf. Ein Blick auf die erklärende Tafel bringt die Erkenntnis, dass heute schlechte Bedingungen für die Haibeobachtung herrschen. Was so viel bedeutet wie: Baden und Surfen auf eigene Gefahr. Da es aber wie gesagt nicht gerade das richtige Badewetter ist, wollten wir uns eh nicht in die Fluten werfen. Wir setzen uns lieber in ein kleines Café und beobachten das Treiben am Strand.

Nach einer Nacht in Muizenberg nehmen wir Anlauf für die quasi finale Etappe. An der Ostseite der Kaphalbinsel fahren wir hinunter zum Kap der guten Hoffnung. Dabei kommen wir zunächst an Boulders vorbei. Hier gibt es einen kleinen Nationalpark, der die hier ansässigen Pinguine schützt. 045-bouldersVor etlichen Jahren hat sich hier lediglich ein einziges Brutpaar angesiedelt aus deren Nachkommen und auch Nachahmern eine recht ansehnliche Kolonie entstanden ist, die mehr oder weniger unbeeindruckt von der nahen Stadt weiterhin an ihrer Vergrößerung arbeitet. Den kleinen Frackträgern kann man ungelogen stundenlang zusehen, ohne dass Langeweile aufkommen würde. Schließlich können wir uns dann doch von den komischen Vögeln lösen und legen die letzten Kilometer auf der wunderschönen Küstenstraße bis zum Eingang des National Parks zurück, der das Kap umgibt. Vor der Einfahrt verteilt eine fleißige Frau Zettel, auf denen vor den etwas aufdringlichen Pavianen gewarnt wird. Die haben sich nämlich über die Jahre darauf spezialisiert, die Touristen vor dem Schlagbaum am Kassenhäuschen auszurauben. Dazu haben sie gelernt, wie man Autotüren öffnet. Also Knöpfe runter und das Fenster nur so weit geöffnet, dass man der Frau am Schalter die Wildcard durchreichen kann. Wir warten darauf, dass sich die Schranke vor uns öffnet und können dabei aus erster Reihe beobachten, wie die Touris im Auto nebenan scheinbar alle guten Ratschläge in den Wind schreiben. Die haben nämlich noch die Türen alle unverschlossen. Und während sie auf der linken Seite bezahlen, steigt hinten rechts mal eben das große Pavianmännchen zu den Kindern nach hinten und schaut kurz nach, was es so im Auto zu holen gibt. Großes Geschrei, wildes Gefuchtel und der Affe trottet gelangweilt wieder zurück auf seinen Beobachtungsposten. Für uns unterhaltsam, aber die Gesichtsfarbe unserer Nachbarn verrät, dass sie scheinbar anderer Auffassung darüber sind.

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Durch eine Vegetation, die irgendwie wie eine Mischung aus Lüneburger Heide und Massai Mara aussieht rollen wir die letzten Kilometer unserem Ziel entgegen und um 11:56 Uhr stehen wir vor dem Schild, das uns bestätigt, dass wir es tatsächlich geschafft haben. 18 Grad 28 Minuten und 26 Sekunden Ost und 34 Grad 21 Minuten und 25 Sekunden Süd. Zwar noch nicht der südlichste Punkt des Kontinents, aber wohl der symbolträchtigste. Denn hatten die Seeleute zu früheren Zeiten erst einmal diesen Punkt passiert, war das Schlimmste meistens überstanden. Der zornige und eisige Atlantik war bezwungen und der warme und gemütliche indische Ozean war schon in greifbarer Nähe. Wir schauen uns zunächst mal den sogenannten “Cape Point“ an, auf dem hoch oben ein Leuchtturm thront. Einige Wanderwege führen an den Klippen entlang und über den Leuchtturmwärterweg gelangt man bis ganz nach vorne der spitzen Felsen, die hier steil aus der Brandung des Atlantiks ragen. Wir “klettern“ ein wenig auf den Felsen herum, schnuppern an der einzigartigen Pflanzenwelt und beobachten die vielen Eidechsen, die sich auf den warmen Steinen sonnen. 052-musik-am-kapUnten am obligatorischen Schild mit den Koordinaten des Kaps baut passend zur Feierlaune eine sage und schreibe fast 20 köpfige Combo die Musikinstrumente auf und beginnt auf Calypsodrums und Xylophonen Karibische Klänge zu spielen. Wir saugen den Moment und die Atmosphäre auf und müssen uns dann am schon fast späten Nachmittag mal langsam um eine Unterkunft für heute kümmern. Dazu fahren wir an der Westseite des Kaps wieder in Richtung Norden und kommen dabei am Chapman’s Peak vorbei. Angeblich eine der schönsten Straßen der Welt. Nicht zuletzt deswegen ist sie auch mautpflichtig. Schließlich halten wir an der Chapman’s Peak Caravan Farm. Nette Menschen, nette Umgebung, hier bleiben wir. Und der Platz ist tatsächlich eher ein Bauernhof denn ein Campingplatz. Neben Kühen gibt es hier Enten und bisweilen etwas angriffslustige Gänse. Außerdem treffen wir mal wieder auf echte Overlander. Peter aus der Schweiz ist mit einem knallroten alten Unimog unterwegs und Ralf und Iris (Deutschland/Schweiz) stehen hier mit ihrem riesigen Deutz Allrad LKW. Bei den beiden laden wir uns gleich mal heute Abend auf ein Glas Wein ein und tauschen dabei selbstredend unsere Afrikaerfahrungen aus. Die beiden sind die Westküste herunter gefahren und wir die Ostküste, passt also ganz gut. Wir sabbeln bis spät in die Nacht.

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Am nächsten Tag machen wir nur einen kurzen Halt in Kapstadt, wie gesagt sind wir ja schließlich über Weihnachten ein paar Tage länger in der Stadt und können sie dann immer noch genauer erkunden. Wir machen uns heute auf, die Umgebung der Millionenmetropole zu erkunden und steuern dazu Stellenbosch an, das Weinanbaumekka Südafrikas und eine der ältesten Städte des Landes. Groß ist sie zwar nicht, aber irgendwie gemütlich. Lauter alte und schneeweiße Bauernhäuser, die mit Stroh gedeckt sind. Wir bleiben zwei Nächte und zuckeln dann weiter durch die Berge nach Hermanus zurück zur Küste. Hier kann man von Land aus Wale beobachten, zumindest wenn man rechtzeitig kommt. Wir scheinen die Walsaison um eine Woche verpasst zu haben, bekommen aber immerhin noch ein paar Delfine und einen Seelöwen zu Gesicht. 055-sturm-in-gansbaaiDie Nacht verbringen wir in Gansbaai, etwas weiter die Küste hinunter. Hier wird Shark-Cage-Diving angeboten, man taucht also durch einen Käfig geschützt hinab und kann den weißen Haien in den Rachen schauen. Allerdings ist es derzeit viel zu stürmisch, als das die Boote hinaus fahren würden. Somit kommen wir auch gar nicht erst in Versuchung, uns an dem ziemlich umstrittenen Spektakel zu beteiligen. Selbst auf dem hiesigen Campingplatz ist es dermaßen windig, dass die ganze Nacht das Auto hin und her geschüttelt wird.

Drei Tage nachdem wir das Kap der guten Hoffnung erreicht haben, stehen wir dann schließlich am tatsächlich südlichsten Punkt des schwarzen Kontinents. Dem  Kap Agulhas. Hier, wo Afrika endet, treffen indischer und atlantischer Ozean aufeinander. Um weiter Richtung Süden zu gelangen, müssten wir den Bulli schon ins Meer schieben (und in den vergangenen achteinhalb Monaten gab es manche Situation, in der uns genau danach zu Mute war). 058-statt-springfotoDenn vor uns liegt nichts als Wasser und weit, weit dahinter nur noch der Südpol. Wir machen unsere wohlverdienten Springfotos und quartieren uns dann im nahegelegenen Struisbaai im Backpackers ein. Eigentlich sollte es nur eine Nacht werden. Aber nachdem uns Erin, die Besitzerin des Hostels, eingecheckt hat und sich eine viertel Stunde Zeit genommen hat, uns alle Sehenswürdigkeiten der Umgebung zu erklären, werden es gleich fünf Nächte. Neben dem Kap kann man hier noch ein altes Schiffswrack besuchen, eine große Höhle besichtigen, die die Meeresströmung in den Fels geschlagen hat, das nahegelegene De Mond Naturreservat durchwandern, oder die riesigen Stachelrochen im Hafen von Struisbaai mit der Hand füttern. Man kann allerdings auch einfach in dem echt coolen Backpackers entspannen, dem nettesten, in dem wir jemals zu Gast waren. Hier kann man sich dann von Poppie dem Herbergspapagei unterhalten lassen und ihm dabei zu hören, wie er das Kläffen der Hunde nachahmt. Mit piepsiger Stimme sitzt er auf seinem Käfig und bellt vor sich hin. Am letzten Tag unseres Aufenthaltes gönnen wir uns dann noch einen kleinen Ausritt am schneeweißen Strand auf der Seite des indischen Ozeans. Dabei bekomme ich mit “Uncle Buck“, sagen wir mal, das erfahrenste Pferd verpasst (er ist stolze 30!) und Janina mit Sparkles das wohl bockigste (er könnte auch Bockles heißen). Uncle Buck kennt die Strecke schon in und auswendig und ignoriert daher auch jeden meiner Befehle stoisch.  Macht aber auch nix, wir kommen auch ohne mein Zutun ans Ziel.

Schließlich haben wir in einem Ort, der ursprünglich nur ein kurzer Fotostopp sein sollte, so viel Zeit “verplempert“, dass uns nur noch zwei Tage bis zu unserem Weihnachtsurlaub in Kapstadt bleiben.

Von Hamburg nach Kapstadt

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