Allgemein Afrika Malawi

Kein Diesel in Malawi

14.09.-19.09.2011

15-livingstoniaDas letzte Stück der Straße hoch nach Livingstonia ist nicht mehr ganz so schlecht, wie die Strecke tags zuvor. Oben auf der Spitze des Hügels, auf dem die Mission aufgebaut wurde, steht eine Kirche im typisch englischen Stil und ein altes Steinhaus, in dem ein Museum untergebracht ist. Und natürlich gibt es hier den weiten Überblick über das Umland.

Nachdem wir uns ein wenig umgeschaut haben, nehmen wir den “Abstieg“ in Angriff. Der dauert tatsächlich noch länger auf die Fahrt hinauf. Etwa zur Mittagszeit sind wir dann wieder unten im Chitimba Camp. Und da wir uns heute Morgen schon so schwer den beschwerlichen Berg hinab gearbeitet haben, dürfen wir den Rest des Tages auf der faulen Haut liegen.

24-schulschlussAuf unserem weiteren Weg in Richtung Nkatha Bay fällt immer mehr auf, dass wir annähernd das einzige Fahrzeug auf der Straße sind. Ganz offensichtlich Folgen der Dieselknappheit in Malawi. Das betrifft auch die Versorgung der Bevölkerung, Kein Diesel, kein Güterverkehr. In Mzuzu treffen wir dann auf die ersten langen Schlangen an den Tankstellen. Die Leute stehen hier teilweise schon Tage lang an und übernachten in ihren Autos. Mzuzu ist die drittgrößte Stadt des Landes und endlich finden wir wieder so etwas wie Supermärkte. Zwar ist das Angebot eingeschränkt und die Preise teilweise exorbitant, aber immerhin gibt es überhaupt was zu kaufen. Mit ein wenig Proviant im Gepäck fahren wir weiter bis zum Strand in Nkatha Bay. Die Njaya Lodge liegt in ein er kleiner Bucht und sogar eine Bar am Strand. Wir quatschen ein wenig mit den Jungs, die hier überall am Strand rum lungern und den Touristen selbstgemachte Schnitzereien verkaufen, um sich von dem Geld den nächsten Joint zu besorgen. Von ihnen erfahren wir, dass am 21. mal wieder demonstriert werden soll und zwar gegen den derzeitigen Präsidenten. Der sei schließlich an der Situation im Land schuld. Und dass er den britischen Botschafter aus dem Land gejagt hat, findet die Bevölkerung auch nicht besonders clever. Die nächste Präsidentenwahl steht erst in 2013 an und die Menschen hoffen den jetzigen Machthaber vorzeitig aus dem Amt zu vergraulen. Wenn das mal gut geht….

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Wir bleiben eine Nacht in Nkatha Bay und fahren dann gemütlich weiter bis Nkhotakota und übernachten auf dem Camping Platz der Pottery Lodge. Wer möchte kann hier seine Töpferkünste unter Beweis stellen. Wir lassen lediglich unseren Dachträger schweißen, der mal wieder gebrochen ist. Tags drauf wird sich in Lilongwe entscheiden, ob wir Malawi noch ein bisschen weiter bereisen, oder ob wir schon weiter nach Sambia müssen. Das hängt nämlich von der Spritversorgung in der Hauptstadt ab. Aber schon beim Durchfahren der Vorstadt wird uns schnell klar, dass unsere Tage in Malawi wohl anscheinend gezählt sind. 27-es-ist-wohl-alles-gesagtDenn auch hier herrscht an den Zapfsäulen das Chaos. Nicht nur die Tankstellen sind komplett zu geparkt, sondern auch die Straßen an denen sie liegen sind gesäumt von wartenden Fahrzeugen. Hinzu kommen die findigen Geschäftemacher, die den Diesel in allen zur Verfügung stehenden Behältern nach Hause schleppen, um ihn dann später zum 2 bis 3-fachen des normalen Preises zu verkaufen. Das bedeutet für uns, dass wir es nicht bis nach Monkey Bay und zum Cape Mclear schaffen werden.

Leicht enttäuscht steuern wir den nächsten Supermarkt an, einen Sparmarkt. Und hier stehen uns erst mal die Münder offen. Noch bis weniger Kilometer vor Lilongwe gab es fast nichts. Und hier, im klimatisierten Supermarkt, kann man fast alles kaufen, was das Herz begehrt. Wenn man denn das nötige Kleingeld hat. Aber das haben hier die wenigsten. Und doch gibt es sie doch, die Menschen mit den dicken Autos und den großen Sonnenbrillen. Deren verzogene Gören einem mit ihren Markenklamotten und ihrem arroganten Benehmen fast die Galle überkochen lassen. Zumindest uns, die wir noch die Bilder der Landbevölkerung im Kopf haben, die schon froh sind, wenn sie abends ihre Kinder satt bekommen. Hier prallen die Gegensätze ungefiltert auf einander.

Noch leicht nachdenklich suchen wir uns den Weg zum hiesigen Campingplatz, um hier unsere letzte Nacht in Malawi zu verbringen.

30-potentieller-organspender-der-busSo hat uns also die Dieselknappheit aus dem Land vertrieben und wir stehen früher als erwartet an der sambischen Grenze. Die Formalitäten sind recht schnell erledigt und da wir uns das Visum schon in Nairobi besorgt hatten, müssen wir hier nur noch die Dieselsteuer entrichten (etwa 15 €) und können passieren. Nur wenige Kilometer weiter liegt auch schon Chipata. Die Preise in den Supermärkten hier sind bedeutend moderater als noch in Malawi. Also stocken wir ordentlich auf, da wir morgen für ein paar Tage in den South Luangwa Nationalpark fahren wollen.

  1. Sehr schöner Bericht! Mein syncrospector hat es bisher nur nach Tunesien und Norwegen geschafft.

    Von dem 2wd hätte ich ja versucht, die hinteren Seitenscheiben abzukaufen….

  2. Mama und Papa Otte

    Hallo ihr Beiden!
    Schön mal wieder von euch zu hören. Wie es scheint ist bei euch
    alles in Ordnung. Mal wieder den Unterschied von arm und reich
    erlebt. Habt ihr euch ein Zweitauto zugelegt? Schöne Grüße von
    Tante Inge, die zur Zeit bei uns Urlaub macht. In den nächsten
    Tagen werden wir mal eine Bildervorführung machen.
    Viel Spaß weiterhin wünschen euch Papa und Mama!

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