Afrika Südafrika

Auch die schönsten Abenteuer haben mal ein Ende…

23.02-02.03.2012

Durban hat sogar eine ganze Menge zu bieten. Vor allem einen bunten Mix aus Kulturen und eine wirklich schöne Lage am indischen Ozean. Man kann sich die Zeit in der “uShaka Marine World“ vertreiben, einer Mischung aus Aquarium und Wasserrutschenpark, oder sich Moscheen und Hare Krischna Tempel anschauen, oder schlendert durch den Victoria Street Market, auf dem man in arabischer Manier einfach alles kaufen kann. 201-victoria-street-marketUnd hinter dem Markt kann man dann noch in einen echten afrikanischen Flohmarkt eintauchen und seine Wehwehchen von traditionellen Heilern und Voodoo Frauen heilen lassen. Und wer will kann sich hier auch seine Medizin selber zusammenstellen, angefangen bei Baumrinde bis hin zu undefinierbaren Körperteilen irgendwelcher exotischen Tiere. Bestimmt nicht immer ganz legal und auf gar keinen Fall immer appetitlich! Wir stellen also fest, dass Durban im Grunde eigentlich ein ganz nettes Städtchen ist. Somit hätten wir uns also eine schlechtere Basis für unsere letzten Tage auf dem afrikanischen Kontinent aussuchen können.

Leider ist es dann irgendwann einmal tatsächlich so weit. Der 27. Februar ist unser Stichtag für die Abgabe unseres Syncros bei der Spedition, die sich um die Verschiffung kümmern wird. Die netten Angestellten von Hellmann in Durban nehmen uns freundlich in Empfang und interessieren sich fast mehr für die Geschichte unserer Reise, als für die eigentlichen Details der Verschiffung. Aber wir fühlen uns bei ihnen ganz gut aufgehoben. Wir überreichen ihnen Schlüssel und Carnet und müssen unser drittes Teammitglied dann wirklich ganz alleine zurück lassen. Ein merkwürdiger Moment, den wir aber so schnell wie möglich hinter uns lassen wollen.

Da es bereits früher Nachmittag ist, werden wir heute nicht mehr allzu weit fahren. Mit unserem winzig kleinen Mietauto schaffen wir es bis nach Pietermaritzburg, wo wir in einem Backpackers unterkommen. Hier müssen wir erst mal die Herbergsmutter ins Krankenhaus bringen, da die sich nämlich den Fuß verknackst hat. Tags drauf schauen wir uns in der Nähe von Dundee eines der bedeutendsten Schlachtfelder in der Südafrikanischen Geschichte an. Und davon gibt es ja leider mehr als genug. 203-am-blood-riverAm Blood River standen sich im 19ten Jahrhundert etwa 800 holländisch stämmige Siedler und so ungefähr 16 000 Zulu Krieger gegenüber. An der Stelle steht heute ein Monument aus über 60 original großen Kutschen in Bronze gegossen, in der Art wie sie die Siedler (Vortrekker) zu der Zeit benutzten. Und zwar aufgestellt in der Formation, die damals als “Laager“ bezeichnet wurde, in einem großen Kreis mit einem Umfang von fast 400 Metern. Wie es zu der Auseinandersetzung kam erzählen zwei Museen. Einmal aus der Sicht der Siedler und einmal aus der Sicht der Zulu. Dabei gehen die Meinungen der beiden Seiten ein wenig auseinander. Fakt ist aber, das Fortuna an diesem tragischen Tag sich wohl eher für die Seite der Siedler entschieden hat. Denn obwohl das Verhältnis etwa 20 zu 1 zugunsten der Zulu stand, lagen am Ende des Tages mindestens 4 000 tote schwarze Krieger im Gras der Steppe und im Wasser des Blood River (was wohl die Namensentstehung erklären dürfte), während die weißen Eindringlinge keine nennenswerten Verluste zu beklagen hatten.

206-darstellung-eines-zulukriegers

Mit einer leichten Gänsehaut fahren wir zurück nach Dundee, wo wir auf einem sehr schönen Campingplatz untergekommen sind. Wir schlagen unser Zelt an einem kleinen See auf und beobachten die Blessböcke, die keine 5 Meter daneben grasen. Leider zünden wir auch zum letzten Mal auf unserer Reise den Grill an.

207-sowetoAm nächsten Morgen starten wir dann durch in Richtung Johannes-burg. Zwei Nächte bleiben uns noch bis zum Abflug. Die erst davon verbringen in einem Backpackers, das von einem sehr enthusiastischen jungen Mann geführt wird. Zum ersten Mal müssen wir auf Grund eines ausgebuchten Campingbereiches die Unterbringung in einem Gemeinschaftsraum zusammen mit vier anderen Gästen in Kauf nehmen. Und dankenswerter Weise auch zum letzten Mal. Für die letzte Übernachtung sind wir bei Oscar eingeladen, dem Syncrofahrer, den wir vor fast genau drei Monaten im Kalagadi Transfrontier Park kennen gelernt hatten. Da wir dazu unsere ganzen Campingklamotten nicht mehr brauchen, gehen wir erst mal auf dem nahe gelegen Holzhandwerkermarkt shoppen. Dabei bezahlen wir nicht in klingender Münze, sondern mit Schlafsack, Kopfkissen und Co. Die Schnitzer und Maler sind mehr als interessiert und das Aushandeln des Gegenwertes eines Schlafsacks macht richtig Laune. Und so erklären wir am Boden kauernd die Funktionsweise unserer selbst aufblasenden Luftmatratze, während ein paar andere weiße Touristen kopfkratzend daneben stehen. Aber von diesem Deal profitieren schließlich beide Seite. Die Künstler sind happy über die Tauschwaren und wir müssen weniger Ballast mit ins Flugzeug schleppen. Nachdem wir beinahe alle unsere alten Sachen eingetauscht haben, fahren wir für den Nachmittag noch in den Gold Reef City Vergnügungspark. Eine Mischung aus Heidepark Soltau und Cloppenburger Museumsdorf, in dem sich alles um die Goldgewinnung dreht, dem Edelmetall, dem Johannesburg seine Entstehung verdankt. Schließlich brechen wir dann auf zu Oscar. Das Haus ist nicht ganz einfach zu finden und der Einlass in die Wohngegend ist nur für geladene Gäste gestattet. Man muss nämlich an einer Schranke vorbei an der ein Sicherheitsmann erst einmal bei demjenigen anruft, den man besuchen möchte. Erst wenn der zustimmt darf man durchfahren. Eher Alltag denn Ausnahme in Johannesburg und für uns immer noch etwas merkwürdig. Oscar wohnt Tür an Tür mit seinen Eltern und auch Jane ist gerade mal wieder in Südafrika. Da auch der Herr Papa enthusiastischer Syncro Fahrer ist, gibt es natürlich zunächst nur ein Thema. Unsere Reise und die Probleme mit dem Auto. Und da gibt es ja einiges zu berichten.

Und dann ist er leider da, der unvermeidliche Tag des Abflugs. “Urplötzlich“ stehen wir am Flughafen in Jo-Burg. Und dabei waren wir doch beinahe erst gestern los gefahren. Wir stellen wehmütig fest, dass ein Jahr zwar ganz schön lang ist, aber auch unglaublich schnell vorbei fliegen kann. Vor allem, wenn so viel passiert. Unglaublich viele Erinnerungen schwirren uns durch den Kopf. Auch wenn wir unbestritten das ein oder andere Mal etwas Pech hatten, sind doch die meisten davon auf der positiven Seite zu finden. Weder hatten wir gesundheitliche Probleme, noch haben wir uns zu irgendeinem Zeitpunkt ernsthaft bedroht gefühlt. Wir hatten unglaubliche Begegnungen mit Mensch, Tier und Natur aus denen wir viel lernen konnten. Unser Afrikaabenteuer geht leider zu Ende. Aber dafür warten zu Hause neue Aufgaben auf uns. Zunächst einmal müssen wir uns allerdings erst wieder an lange Kleidung, feste Schuhe und tiefe Temperaturen gewöhnen. Mal schauen wie lange es da dauert, bis wir uns wieder zurücksehnen auf die holprigen und staubigen Straßen des schwarzen Kontinentes….

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  1. Undine Kasseckert

    Hallo,ihr 2,tolle seite,tolle abenteuer.
    Ich reise selbst seit 22 jahren auf dem afrik.kontinent,allerdings meist mit oeffentl.verkehrsmitteln.
    Bin unterwegs nach kenya,ende september im samburu district im norden kenyas und moechte dann weiter richtung norden,nach aethiopien.
    Koennt ihr mir einen tip zum grenzuebertritt moyale o.a. von kenya nach aethipien geben???bekomme ich dort ein visum,sollte ich das besser vorher in nairobi beantragen?verschiedene inet seiten fuehrten bisher bei mir zu totaler verwirrung.vielleicht wisst ihr mehr,aus eigener erfahrung.mein hauptproblem ist die visa-frage.was ist mit gelbfieber-impfung?tatsaechlich notwendig?
    Danke im voraus fuer eure antwort,eure hilfe.
    Alles gute,viel glueck bei weiteren touren.

    Undine nadaa kasseckert,bayern

    • jens

      Hallo Undine,

      wir haben damals die Route am Turkana See gewählt. Daher können wir dir leider nicht viele Infos zum Grenzübergang in Moyale geben. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln am Turkana See entlang zu Reisen dürfte allerdings ziemlich schwer werden, aber unbedingt zu empfehlen!!!. Vielleicht findest du Gleichgesinnte in der Jungle Junction in Nairobi.
      Das Äthiopische Visum in Kenia zu besorgen ist auch nicht ganz einfach, das haben wir zumindest so von Mitreisenden erfahren. Da wir von Nord nach Süd gereist sind, haben wir das Visum bereits in Kairo besorgt. Allerdings kannst du etwas aktuellere Infos in folgendem Blog finden. http://hasott.de.to
      Die beiden haben ihre Visa scheinbar recht problemlos bekommen, die können dir bestimmt gute Tipps geben.
      Die Gelbfieberimpfung haben wir nur bei der Einreise nach Uganda und Kenia gebraucht. In Äthiopien hat das niemanden interessiert.
      Nicht so besonders hilfreich, oder?
      Trotzdem viel Spass bei der weiteren Planung und natürlich auf deiner Reise.

      Gruß
      Jens und Janina

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