Die Route (geplant)

Vor Antritt der Reise ist die Planung der Route natürlich eine unserer liebsten Beschäftigungen. Mit dem Finger auf der Landkarte und aufgeregtem Kribbeln im Bauch sammeln wir Orte und Sehenswürdigkeiten der Länder, die wir zu bereisen planen. In unserem Wohnzimmer hängt eine große Afrikakarte und nach und nach piksen wir Stecknadeln mit roten Köpfen in lohnenswerte Ziele. Auf diese Weise kristallisiert sich auch ein gewisser Trend betreffend unser Streckenplanung heraus. Würde man jetzt die Stecknadeln mit einem roten Faden verbinden, könnte man schon fast die zu erwartenden Kilometer berechnen. Hier könnte es lang gehen

 Aber so genau wollen wir das gar nicht wissen. Denn derart tief ins Detail möchten bei der Planung gar nicht gehen, um uns selbst nicht unserer Flexibilität zu berauben. Sicherlich werden wir unterwegs viele Leute mit vielen guten Tipps treffen und da wäre es doch schade wenn wir uns schon so auf unseren Weg fixiert hätten, dass wir deren Ratschläge in den Wind schreiben würden.

Was die Planung in Europa anbelangt ist sie fast nicht existent. Wir würden gerne noch in Franken bei alten Freunden und Kollegen vorbei schauen, um uns auch hier zu verabschieden. Danach möchte Janina gerne noch nach Budapest. Aber der nächste Zielort ist dann erst wieder Istanbul und der Bosporus, unsere Eintrittskarte in den Orient. Von da an ist dann folgender Reiseverlauf geplant:

  • Türkei
  • Syrien
  • Jordanien
  • Ägypten
  • Sudan
  • Äthiopen
  • Kenia
  • Uganda
  • Ruanda
  • Tansania
  • Mosambik
  • Malawi
  • Sambia
  • Simbabwe
  • Botsuana
  • Namibia
  • Südafrika
  • Lesotho
  • Swasiland
    oder so ähnlich

Ganz bedrohlich ins Wanken kam unsere Planung aufgrund der Entwicklungen in Nordafrika. Als Anfang Januar die Menschen in Tunesien auf die Straße gingen, um gegen ihre Regierung zu demonstrieren, wurden wir hellhörig. 2006 waren wir noch in Tunis auf genau der Straße, die zum Souk führt, auf der nun Steine flogen und das aufgebrachte Volk seinem Ärger Luft machte.

Und als dann das Feuer auf Ägypten übersprang, begannen wir uns Plan B, C und D zurecht zu legen. Angesichts der Nöte und des Unmutes der ägyptischen Bevölkerung sind unsere Reisepläne zugegebener Maßen eher unwichtig, aber nichts desto trotz mussten wir auf alles vorbereitet sein, denn Job und Wohnung waren bereits gekündigt, es gab also kein Zurück mehr.

Jede Meldung wurde von uns mit Spannung mitverfolgt und als Hosni Mubarak am Tag seines erwarteten Rücktritts immer noch nicht von seinem Amt lassen wollte, hatten wir uns schon mit dem Gedanken angefreundet unser Fahrzeug irgendwo noch Ostafrika verschiffen zu lassen. Aber nur einen Tag später trat Mubarak zurück, auf dem Tahrir Platz in Kairo brach Freudentaumel aus und auch uns fiel ein Stein vom Herzen.

Eine unbekannte Größe bleibt weiterhin der Sudan. Nach der Trennung des Südens vom Norden hatten wir mit schlimmeren Unruhen gerechnet. Bislang ist der Sudan zumindest im Nordosten noch passierbar. Und wir wollen hoffen, dass das so bleibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.