Fahrzeug

Mit dem passenden Fahrzeug für ein solches Vorhaben ist das so eine Sache…. Die ultimativ richtige Antwort gibt es da nicht. Je nach Vorliebe oder Einsatzzweck kann die Waagschale in die eine oder andere Richtung kippen.

Wer z.B. auf absolute Zuverlässigkeit setzt, entscheidet sich in der Regel für einen Toyota Land Cruiser, das berühmte „Busch Taxi“. Und hat damit bestimmt keine schlechte Wahl getroffen. Nicht umsonst besitzt es in der „Overlander-Szene“ einen unzweifelhaften Ruf. Und auch die gute Ersatzteilversorgung in Afrika bzw. eigentlich der ganzen Welt kann man auf der „Haben“ Seite verbuchen. Allerdings kann man dem Toyota das Fehlen eines gewissen Charmes nicht ganz absprechen (und ich als ehemaliger Toyota-Mitarbeiter darf das sagen).

Ein klein wenig mehr Abenteuerflair bietet da schon die klassische Optik eines Land Rover Defender. Mit einem solchem Gefährt haben wir 2009 unsere Nordkap-Tour unternommen. Die Zuverlässigkeit kann mit der des Busch Taxis zwar nicht mithalten, aber auch er ist rund um den Globus so weit verbreitet, dass man auch für ihn fast überall an Ersatzteile heran kommen sollte. Aus Erfahrung muss ich aber das Klischee, das vor allem in der Busch Taxi Gemeinde schadenfroh aufrecht erhalten wird, bestätigen: Oben läuft Wasser rein und unten läuft Öl wieder raus.

Beide Geländewagen haben aber ein Manko. Wenn man nicht gerade ein Klappdach oder ein Dachzelt montiert, bieten beide irgendwie zu wenig Platz für eine so lange Reise. Unseren Defender hatten wir so ausgebaut, dass hinter den vorderen Sitzen die Liegefläche angeordnet war und schon war das Auto so gut wie voll. Zum Kochen musste man raus und bei schlechtem Wetter fehlte ausreichend Platz, um sich gemütlich im Auto aufzuhalten.

Die extremste Alternative wäre wahrscheinlich ein Allrad LKW mit Expeditionskabine. Aber so ein Gerät ist nicht nur extrem kostspielig – sowohl in der Anschaffung, als auch im Unterhalt – sondern auch irgendwie sehr klobig. Dafür hätte man aber immer seine eigene Toilette dabei…..

Wir entscheiden uns für die goldene Mitte. Einen VW T3 Syncro. Auch ein Klassiker. Geländegängig dank Höherlegung, Unterfahrschutz, großer Räder, zuschaltbarem Allradantrieb und sogar Differenzialsperre. Bett, Kochgelegenheit und Sitzgruppe für schlechtes Wetter im Innenraum
. Und nachts ist es schön kuschelig warm, da die Standheizung den geschlossenen Innenraum spielend leicht auf Wohlfühltemperatur halten kann. Dafür muss man halt mit wenig Motorleistung auskommen und auf die ein oder andere Reparatur gefasst sein….

Nachdem die richtige Fahrzeugwahl getroffen ist, geht’s natürlich an den Ausbau, oder auf Neudeutsch: Customizing! Im Falle unseres Syncros findet ihr die Details unter der Rubrik Das Team/Der Syncro

Das Fahrzeug vor Antritt der Reise ordentlich zu warten, versteht sich ja eigentlich von selbst. Welche Maßnahmen müssen denn vor einem solchen Unterfangen sonst noch getroffen werden? Der Antriebsstrang ist gecheckt und bei Reifen und Fahrwerk haben wir angesichts der zu erwartenden Belastungen auch nicht gespart. Leider weiß man ja im Vorfeld nie, was so alles kaputt gehen wird. Und in der Regel fallen genau die Teile, die man im Gepäck hat, nicht aus und die, die man zu Hause lässt verabschieden sich. Das hat irgendwann einmal ein gewisser Herr Murphy so bestimmt und seitdem ist das leider so.

Zweifelsohne könnte der Ruf von Syncro Getriebe und auch der von Antriebs- und Kardanwellen in punkto Haltbarkeit besser sein. Solche Teile allerdings mit auf die Reise zu nehmen, würde das zulässige Gesamtgewicht recht flott überschreiten. Also bleiben solch sperrige Dinge zu Hause.

Wir nehmen lediglich Inspektionsteile wie Filter, Öl, Keilriemen etc. mit. Und darüber hinaus nur wenige Kleinteile wie z.B. die anfälligen Einspritzleitungen und eine Ersatz-Wasserpumpe. Ein gut sortierter Werkzeugkasten ist selbstverständlich Pflicht. Der Rest  muss vor Ort besorgt bzw. improvisiert werden. Aber genau das macht ja auch einen gewissen Teil des Reizes aus. Und für den Fall, dass sich das Getriebe entschließt, den Dienst zu quittieren oder ein ähnlicher GAU eintritt, müssen wir wohl oder übel tiefgreifender umdisponieren.

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