Gesundheit

Einer unserer Sätze, wenn jemand uns gefragt hat, warum wir gerade jetzt diese Reise antreten, war „wir sind jung, ungebunden und vor allem gesund“. Und damit dies auch so bleibt, ist eine umfangreiche Beratung und Recherche, was Impfungen, Reisekrankenversicherung und Reiseapotheke unumgänglich.

Zu den Impfungen:

Vor unserer Kenia-Reise 2008 haben wir uns bereits einmal informiert, welche Impfungen man so benötigt. Im Internet gibt es zu jedem Land Empfehlungen, welche Impfungen man durchführen lassen sollte.

Das Ergebnis für alle Reisenden:
Tetanus
Diphtherie
Poliomyelitis
Hepatitis A

Da wir auch Kontakt zu Einheimischen hatten, wurde uns empfohlen, auch gleich die Hepatitis B Impfung mitmachen zu lassen. Dafür gibt es einen Impfstoff „Twinrix“, der Hepatitis A&B gleichzeitig abdeckt.

Da wir natürlich wieder kurz vor knapp bei dem Tropenarzt auftauchten, haben wir die Schnellimmunisierung machen lassen, d.h. 3x impfen innerhalb von 3 Wochen (0 – 7 – 21 Tage)

Für die restlichen drei aufgeführten „Standard“-Impfungen gibt es ebenfalls einen Kombinationsimpfstoff.  Dazu kam dann noch eine Typhus-Impfung und mit drei Spritzen pro Arztbesuch war es also getan – für Kenia.

Nun werden wir aber mehrere Länder bereisen und eine Gelbfieberimpfung ist in einigen Ländern Vorschrift, wenn man aus einem gelbfiebergefährdeten Gebiet einreisen möchte. Aktuell gibt es sogar einen Hinweis: „Die EAC-Mitgliedsstaaten (Burundi, Kenia, Ruanda, Tanzania und Uganda) haben auf einer Konferenz in Arusha (Tanzania) beschlossen, Reisende verschärft auf eine dokumentierte Gelbfieber-Impfung (mindestens 10 Tage vor Einreisedatum) zu kontrollieren um den kursierenden Gelbfieber-Ausbruch in Uganda einzudämmen“ (http://tropeninstitut.de/news).

 

 

Wir haben also einen Termin gemacht im Impfcentrum St. Pauli, wo mehrere Tropenmediziner Beratungen zur Reisemedizin und solche „Spezial“-Impfungen durchführen dürfen.

Nach Durchsicht unseres Impfpasses und Übertragung in einen „Impfempfehlungsplan“ haben wir weitere Impfdosen gewonnen:

Masern (für Janina, da sie nie die Masern hatte und auch nie geimpft wurde), Tollwut, da dies für Trekkingreisen und bei Langzeitaufenthalten in ländlichen Gebieten empfohlen wird und wie erwartet die Gelbfieberimpfung.

Mit so kleinen Gelbfieber – und Masern-Viren fühlt man sich ja irgendwie ein bisschen komisch aber das lässt die letzten aufregenden Wochen vor der Abreise manchmal sogar leichter ertragen ;o)

Eine Cholera-Impfung haben wir nicht machen lassen, da die Ansteckungsgefahr sehr sehr gering ist.

Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, ca. 3 Monate VOR einer Reise in tropische Gebiete einen Facharzt aufzusuchen. Da manche Impfungen nicht zeitgleich gemacht werden dürfen oder nur zeitgleich und oft mehreren Impfungen für eine Krankheit notwendig sind.

 

 

Malaria

Malaria ist eine Tropenkrankheit und weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten.

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, ob man etwas Vorbeugendes einnehmen möchte oder nicht. Bekannt ist, dass kein Medikament 100% gegen Malaria schützt und es bis heute auch keine Impfstoff gibt.

Während der Recherche für unsere Tour kreuzten immer der gleich klingende Sätze auf:

Äthiopien ist ein Malarialand. Botsuana ist ein Malarialand. Kenia ist ein Malarialand. Mosambik ist ein Malarialand….

http://de.wikipedia.org/wiki/MalariaUnd damit stehen hier nur ein paar der aufgezählten Länder, denn am häufigsten (87 Prozent) sind Malaria-Infektionen in Afrika südlich der Sahara bis zum Norden Südafrikas. Da überlegt man nicht lange und informiert sich über Maßnahmen.

Im Impfcentrum wurden uns die Möglichkeiten aufgezeigt. Malaria ist heilbar – wenn sie rechtzeitig erkannt wird… Unsere Reise wird uns durch Gegenden führen, an denen keine Soforthilfe zur Verfügung stehen würde. Träten Symptome auf, könnte man natürlich eine notfallmäßige Selbstbehandlung durchführen (mit entsprechenden Medikamenten aus der Reiseapotheke). Aber woher sollen wir als Maschinenbauer wissen, ob wir nun tatsächlich Malaria haben und nicht einfach eine Allergie gegen den Anderen aufgrund akuten auf-die-Nerven-gehens?

Also Möglichkeit Nummer zwei: vorbeugende Einnahme von Malaria-Medikamenten. Wir haben bereits während unserer Keniareise ein Präparat eingenommen. Damals haben wir uns für Malarone® (Wirkstoff: Atovaquon+Proguanil) entschieden. Da dieses Mittelchen aber für einen Gebrauch von mehr als 28 Tagen nicht zugelassen ist, werden wir diesmal Lariam® (Wirkstoff: Mefloquin) zu uns nehmen. Es gab noch eine Alternative, das sogenannte Doxycyclin®.

Wir konnten wählen zwischen den Nebenwirkungen Durchfall/Magenkrämpfe und Depressionen – hmmm, was nehmen wir da Herr Doktor? Wir haben uns für die Depressionen entschieden, da ein flotter Otto auf einer Bulli-Reise ohne Toilette echt blöd ausgehen kann! Und wer bekommt schon Depressionen, wenn man keinen Zeitstress, keinen Chef-im-Nacken, und kaum Verpflichtungen hat???

Die medikamentöse Vorbeugung ist nur eine Sache, wichtig ist selbstverständlich auch die Verhinderung von Mückenstichen. Also dichte, helle Kleidung in den Koffer für die Abendstunden am offenen Feuer. Unsere Klamotten können auch mit dem furchtbar ätzenden Zeug Permethrin imprägniert werden, das soll helfen, dass die Moskitos nicht durch die Kleidung stechen können. Ansonsten sollten natürlichen Sprays an Board sein, die für Afrika auch mal 50% DEET enthalten dürfen (das ist das Zeug, was in geringerer Dosis z.B. auch in Autan enthalten ist).

Ein toller Spruch, den man immer wieder liest: Es gilt: Kein Stich, keine Malaria!

OK – halten wir uns doch einfach daran :o)

Ein Tipp noch: Es ist zwar keine Pflicht der Krankenkassen, diese Medikamente oder Impfungen zu übernehmen, aber viele tun es! Fragt einfach mal nach. Wir haben von unserer Kasse alles erstattet bekommen, ein freundlicher Anfrage-Brief mit Begründung, Zahlungsbeleg und Kontodaten hat gereicht.


Reiseapotheke

Wieviele Medikamente darf man mitnehmen, damit uns die Grenzbeamten abnehmen, dass wir das alles für den Eigenbedarf dabei haben?

Kopfschmerztabletten, was gegen Magenverstimmung und auch etwas, wenn man sich den Darm verrenkt hat, muss auf jeden Fall dabei sein! Des Weiteren wurde unsere Reiseapotheke noch mit Halstabletten, Breitspektrum-Antibiotika, Verbandszeug, (Blasen-)Pflaster, Mückenstichsalbe und Mobilat aufgefüllt.

Sollte man doch einmal in die unangenehme Situation kommen und in ein Krankenhaus eingeliefert werden, haben wir auch noch Nadeln und Spritzen dabei, damit wir sicher sein können, dass wir mit sauberem Material behandelt werden.

Ganz wichtig ist natürlich auch ausreichend Sonnenmilch mitzunehmen. Bei Janina zumindest ist LSF 50 (für Kinder) angesagt ;o) Sicherheitshalber haben wir auch eine mit Aloe Vera versetzte Apres-Sun-Lotion dabei. Aloe Vera hilft extrem gut bei Sonnenbrand!

 

Reisekrankenversicherung

Da wir als Erwerbsuntätige nun ja nicht mehr krankenversichert sind, muss man natürlich auch daran denken, eine Versicherung abzuschließen, die uns auch im afrikanischen Kontinent eine Sicherheit gibt.

Uns war wichtig, dass wir – sollte irgendetwas zuhause passieren, was eine vorübergehende Einreise erfordert – auch in Deutschland abgesichert sind, musste man schon mehrere kleingedruckte Seiten lesen.  Die meisten Versicherungen beginnen mit der Ausreise aus Deutschland und enden automatisch, wenn man aus welchen Gründen auch immer wieder in Deutschland einreist.

Wir haben uns für die Auslandskrankenversicherung der Care Concept AG entschieden, da sie eine Klausel haben, bei der man bis zu 4 Wochen in Deutschland versichert ist.

Des weiteren ist natürlich sehr vorteilhaft, dass wir eine Festnetznummer in Deutschland zur Verfügung gestellt bekommen, bei der wir uns melden können. Also muss man sich nicht mit eine 0180er Nummer rumschlagen, was ja aus dem Ausland u.U. sehr teuer werden kann.  

Die Versicherung gilt für 365 Tage und kostet 0,85€ pro Tag. Bei den Leistungen nicht schlecht, wenn man bedenkt, was wir sonst alle so zahlen für unsere Krankenversicherungen…


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