Planung

„Ich bin das was am planen dran!“ – Zitat aus einem deutschen Filmklassiker.

Je detailierter die Planung desto kleiner das Abenteuer. Und doch kommt man nicht ganz um sie herum. Außerdem steigert sie ja auch auf  gewisse Weise die Vorfreude.

Der wohl wichtigste Baustein unserer Planung war die Festlegung unserer Route. Sollte es eine komplette Rundreise werden, oder „nur“ eine Durchquerung? Was macht bei einer Reisedauer von einem Jahr mehr Sinn? Auch bei dieser Fragestellung war das www mal wieder hilfreich. Es existieren bereits mehrere gute Internetseiten, auf den Afrika-Reisende über ihre Erfahrungen berichten. Diese und auch unseren eigenen Reiseerfahrungen aus der Vergangenheit bringen uns zu der Überzeugung, dass wir in Hamburg starten werden, um den Kontinent von Nord nach Süd auf der so genannten „Ost-Route“ zu durchqueren. In Südafrika angekommen soll dann der Syncro wieder nach Deutschland zurück verschifft werden.  Dabei rechnen wir mit einer Gesamtfahrstrecke von ca. 35.000 km, was dann so in etwa 100 km am Tag entsprechen würde. Je nach dem wie genau wir die einzelnen Länder erkunden möchten. Denn bis ins kleinste Detail werden wir unseren Tripp nicht verplanen. Lieber halten wir uns die Möglichkeit offen noch auf der Fahrt Erfahrungen mit anderen Reisenden auszutauschen und vor Ort zu entscheiden wo genau die Reise hin geht. Denn erstens kommt es anders und zweitens……

So frei man gerne in seinen Entscheidungen bleiben möchte, die Einreiseformalitäten in die einzelnen Länder sollte die Planung auf jeden Fall beinhalten. Die ist nämlich nicht immer ganz ohne. Nicht überall kommt man so ungezwungen über die Landesgrenzen wie innerhalb der EU und auch mit der Ein- und Ausfuhr von Devisen ist Vorsicht geboten.

Wenn man so viele Länder zu durchqueren plant wie wir, braucht man viele freie Seiten im Reisepass 😉 . Deshalb haben wir uns einen zweiten ausstellen lassen, da der Standardreisepass nur 34 Seiten hat. Es gibt zwar auch einen 48-seitigen Pass, allerdings hatten wir unseren bereits mit einem Visum für Syrien bestücken lassen, so dass wir einen Zusatzpass brauchten. Es steht zwar im Gesetz, dass man als deutscher Staatsangehöriger nur einen Reisepass besitzen darf, aber man kann ein Formular ausfüllen, in dem man begründet, warum man einen zweiten Reisepass beantragen möchte. Dies war ohne jegliche Problem in Hamburg möglich.

Unser Tor zum Orient wird der Bosporus sein. Das Einreisen in die Türkei ist noch verhältnismäßig einfach. Die Formalitäten werden direkt an der Grenze erledigt, grüne Versicherungskarte für das Auto nicht vergessen! Als Tourist kann man sich bis zu 90 Tagen visumfrei im Land aufhalten. Wenn man mit dem PKW einreisen möchte, wird das Auto im Pass des Fahrers eingetragen. Für diesen Fall ist es erforderlich, einen Reisepass zur Einreise zu verwenden.

Aber schon mit dem Grenzübertritt nach Syrien werden die Bestimmungen schwieriger. Das Visum haben wir uns schon ml vorab beim syrischen Honorarkonsulat in Hamburg/Hafencity besorgt. Das hat ungefähr eine Woche in Anspruch genommen und war verhältnismäßig problemlos. Allerdings wurden unsere Reisepässe nach israelischen Stempeln durchsucht. Wer in Israel war, dem wird die Einreise nach Syrien verweigert. Ein Problem, auf das man in der arabischen Welt des öfteren stoßen kann. Als wir unser Visum beantragt haben, haben wir übrigens erfahren, dass wir mit unserem Diesel-Fahrzeug nur 7 Tage im Land bleiben dürfen… EC-Karten sind kein gängiges Zahlungsmittel in Syrien und auch EC-Automaten soll es nur wenige geben. Kredikartentechnisch wird VISA empfohlen, aber nur mit PIN. Also werden wir uns irgendwie vorher syrische Pfund besorgen.

Die Einreise nach Jordanien wird dann wieder direkt an der Grenze bearbeitet. Bei Einfuhr eines Pkw werden an der Grenze ein internationaler Führerschein sowie eine internationale Zulassung und Triptyk oder Carnet de Passages (Grenzübertrittsschein) verlangt. Fremdwährungen dürfen in beliebiger Höhe eingeführt, der jordanische Dinar darf dagegen nur in kleineren Mengen (bis ca. 50 Euro) ins Land gebracht werden.

Von Jordanien nach Ägypten zu gelangen ist wiederum etwas komplizieÄgyptenrter. Da man nicht durch Israel fahren kann, bleibt nur der Seeweg von Aqaba hinüber zur Sinai-Halbinsel. Und in Ägypten erwarten einen dann langwierige Formlitäten unklusive Abschluss einer eigenen Fahrzeugversicherung und der Erwerb von ägyptischen Nummernschildern. Übertroffen wird das dann wiederum von der Ausreise aus Ägypten und der Einreise in den Sudan.

Das ist wegen Grenzstreitigkeiten nur über den Nasserstausee möglich. Man muss sein Auto und sich sich selbst per Fähre in den Sudan einschiffen und zwar getrennt von einander. Vorher sollte man aber in Kairo das sudanesische Visum erworben haben, für welches man ein Empfehlungsschreiben der deutschen Botschaft benötigt. Viel Papierkram also in Ägypten und vermutlich wird jede Menge Bakschisch nötig sein, um an alle Unterlagen zu gelangen. EIN AKTUELLER (25.03.2011) HINWEIS AN DIESER STELLE: Wir haben in der letzten Woche vor unserer Abfahrt leider vom deutschen Konsulat in Kairo erfahren müssen, dass sie auf Grund der politischen Lage im Sudan „bis auf weiteres“ keine Empfehlungsschreiben mehr ausstellen. Das bedeutet, man muss nun doch VOR der Reise in Berlin das Visum für den Sudan beantragen! Dies kann bis zu 15 Werktagen dauern. Es gibt allerdings eine Institution (Global Visa Services), dort bekommt man gegen Aufpreis dieses Visum innerhalb von 3 Werktagen. Kreditkarten und ausländische Bankkarten können im Sudan nicht verwendet werden, man sollte also genug Bargeld mitführen, um über die Runden zu kommen. Laut Sparkasse darf man allerdings keine sudanesischen Pfund einführen, also muss mit Dollar oder Euro an der Grenze tauschen.

Die Einreise in Äthiopien ist seit kurzem leider auch wieder um ein Dokument bereichert worden. Visaerteilungen an den äthiopischen Land-Grenzkontrollposten sind nicht möglich. Das Visum kann in Karthum oder bereits in Kairo beantragt werden. Allerdings muss man nun auch bei der Grenzüberschreitung ein Dokument der deutschen Botschaft aus Adis Abeba vorlegen, das bescheinigt, dass man das Fahrzeug, welches man mit nach Äthiopien bringt auch wieder mit nimmt und nicht dort veräußert. Normaler Weise führt man zu genau diesem Zweck ja eigentlich das Carnet de Passage mit, aber nun ja…..  Die Höchstgrenze für Ein- und Ausfuhr von Bargeld in Landeswährung beträgt pro Person 200 äthiopische Birr.

Hat man es dann erstmal bis hierher geschafft, wird das Reisen wieder unkomplizierter. In den meisten ost- und südafrikanischen Staaten werden die Einreiseformalitäten an den Grenzübergängen erledigt, inklusive des Erwerbs von Visa etc.

Visa für Kenia und Uganda können problemlos bei der Einreise über alle offiziellen Grenzstationen erteilt werden. Als Zahlungsmittel sollte man ausreichend US Dollar dabei haben, mit Visa bekommt man aber auch Geld an Automaten. 

 

 

Ruanda kann man visumsfrei bereisen. Ob man sich dann irgendwo melden muss, werden sie uns an der Grenze wohl erzählen.  Auch hier ist es ratsam US Dollar dabeizuhaben.

 

 

Für Tansania gilt visatechnisch dasselbe wie für Uganda. Man sollte allerdings auch sonst Euros oder Dollar dabeihaben, da Bargeld abheben angeblich oft sehr schwierig sein soll.

      

 

 

Für die Einreise nach Mosambik braucht man ebenfalls ein Visum. Sollte man ein Mehrfacheinreisevisum benötigen, muss man dies vor der Reise beantragen, da man an der Grenze lediglich ein „einmal-einreisen“ Visum bekommt. Bargeld in US-Dollar oder südafrikanischen Rand mitnehmen!

 

 

In Malawi kann man mit Kredit- oder EC(!)-Karte Geld an Automaten abheben. Man benötigt zwar kein Visum bei der Einreise, allerdings bekommt man an der Grenze eine aufenthaltsgenehmigung für 30 Tage.                            

 

 

Sambia und Simbabwe: Visum kann gegen Bezahlung mit Dollar an der Grenze erworben werden. Generell akzeptierte Zahlungsmittel sind US Dollar und der südafrikanische Rand.

 

 

 

Botsuana: Ein Visum für touristische Zwecke wird bei Einreise gebührenfrei an den Grenzstationen erteilt. Mit der Visa-, Master oder EC-Karte kann Geld an einigen Automaten abgehoben werden.

 

 

Namibia: Landeswährung ist der namibische Dollar (N$). Daneben wird im Alltag auch der südafrikanische Rand als Zahlungsmittel akzeptiert. Zur Einreise benötigt man kein Visum, bekommt an der Grenze lediglich einen Einreisestempel.

 

 

Südafrika: Bei der Einreise wird ein „visitors permit“ ausgestellt, ein Visum ist nicht erforderlich. Kreditkarten und auch EC-Karten sind gängige Zahlungsmittel und an vielen Automaten benutzbar.

 

 

 

Lesotho und Swasiland: Auch hier ist kein Visum erforderlich, bezahlen kann man mit südafrikanischen Rand.

Warum man solcherlei Infos schon vor der Reise eingeholt haben sollte, ist somit wohl ganz offensichtlich. Sonst steht man z.B. eines schönes Tages ohne die nötigen Papiere vor den Staumauern des Assuanstaudammes um die Fähre in den Sudan zu entern und wird dann gleich postwendent wieder zurück nach Kairo geschickt, um nochmal so ca. eine Woche in Behördengänge zu investieren.

  1. Ingo und Uta

    Leider muss ich Euch mitteilen, dass die Planung einen elementaren Fehler aufweist:
    Es fehlt die Fränkische Flagge um den ersten Stopp mit ausreichender Würdigung zu versehen. Ein Halt im Frankenland, mit Krug Bräu Lager, ggf. einem Abschiedslagerfeuer ist doch die große Herausforderung. Das bisschen Afrika ist dann ja nur noch Pillepalle. Aber vorbei zu fahren an Schäufele, zahlreichen Brauereien und Biergärten….. nicht ganz einfach die erste Etappe…..

    Haut rein, schönen Endspurt und bis bald!

  2. Mama & Papa Altmeppen

    Hallo ihr Zwei
    Was sagt man als Eltern, wenn man zum ersten Mal von so einem Plan der eigenen Kinder hört. Puh!
    Wahnsinn, Blödsinn, Leichtsinn? Oder doch eher “ alle Achtung, die trauen sich was“?
    Unsere Lebenserfahrung sagt uns, „arbeite, um zu leben“, nicht „lebe um zu arbeiten“.
    Wenn man dann erst mal eine Zeit lang fleißig war, kommt unser zweiter Leitsatz.
    „Lebe Deinen Traum“.
    Nach diesem Motto und mit viel Gottvertrauen freuen wir uns sehr für Euch, dass Ihr diese Möglichkeit habt und auch in die Tat umsetzt. Viel Spass und kommt gesund wieder.
    Mama & Papa Altmeppen

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