Vorbereitungen

Wie bereitet man sich eigentlich auf die Durchquerung eines ganzes Kontinentes vor?

Afrika hat eine Fläche, die annähernd dreimal so groß ist wie Europa. Zwischen dem nördlichsten Punkt (Kap Blanc in Tunesien) und dem südlichsten (Kap Agulhas in Südafrika) liegen fast 8000 km Luftlinie. Hier wohnen über 1 Milliarde Menschen unterschiedlichster Abstammungen, Religionen und Hautfarben. Es gibt viel Armut, aber auch die derzeit teuerste Stadt der Welt (Luanda in Angola) liegt in Afrika. Man kann durch verhältnismäßig junge Nationen wie z.B. Südafrika reisen oder nach Spuren der ältesten Kulturen in Ägypten oder Äthiopien suchen und dabei auf die Wiege der Menschheit stoßen, die Forscher in Ostafrika vermuten. Hier findet einerseits die größte noch existierende Tierwanderung statt, die Migration der Gnus in der Serengeti/Massai Mara mit ca. 2 Millionen Tieren, aber wer will kann auch einen atemberaubenden Sonnenaufgang in der Stille und Abgeschiedenheit der scheinbar lebensfeindlichen Umgebung der Namib-Wüste erleben. In der Geschichte des Kontinents findet man die schrecklichen Völkermorde in Ruanda, aber auch solche Triumpfe wie den Sieg über die Apartheid.

Kurz gesagt: Afrika ist ein Kontinent der Gegensätze und der Vielfalt. Und auch ein ganzes Jahr wird nicht ausreichen, um alles Sehenswerte zu sehen, alles Höhrenswerte zu hören und alles Erlebenswerte zu erleben.

Also bedarf es wohl einer gewissen Planung, um sich die zur Verfügung stehende Zeit gut einzuteilen. Auch das Fahrzeug sollte fit gemacht werden für die lange und beschwerliche Reise über Afrikas anstrengede Pisten. Denn gibt unser Reisegefährt(e) den Geist auf, bringt das einige Probleme mit sich. Auch unsere eigenen Systeme sollten vor der Abreise durchgecheckt werden. Beim Thema Gesundheit machen wir keine Zugeständnisse. Und da wir nicht vor haben, ständig in luxuriösen Herbergen abzusteigen, bringen wir vor Antritt der Reise natürlich auch noch unsere Ausrüstung auf Vordermann.

Für die Reise an sich wären wir also schon mal vorbereitet. Fehlt nur noch eines. Unser Umfeld. Bevor man einfach los düst, sollte man schon seine Familie über die eigenen Pläne aufklären und auch Freunde und Bekannte könnten sich dafür interessieren, warum man denn plötzlich für ein ganzes Jahr verschwunden ist. Eigentlich hatten wir diesbezüglich mit den unterschiedlichsten Reaktionen gerechnet. Von: „Was soll denn der Quatsch?!“, bis:“seid ihr lebensmüde?“. Im Großen und Ganzen können wir heute aber sagen, dass fast alle von der Idee angetan waren/sind. Die älteren Semester hätten sowas auch gerne mal gemacht und die jüngeren würden am liebsten gleich mitfahren. Die Anzahl derer, die uns verständnislos danach gefragt haben, wie wir für so etwas unsere Jobs aufgeben können, war ganz eindeutig in der Minderheit.

Und wo wir schon beim Thema Job sind, auch der Arbeitgeber muss über das einjährige Fernbleiben von der Arbeitsstelle informiert werden. Das typische Sabbat-Jahr erfreut sich mittlerweile auch in Deutschland wachsender Beliebtheit und gilt nicht mehr generell als Karriereknick. In der Regel geht man dabei wie folgt vor: Über einen Zeitraum, den man mit seinem Arbeitgeber abspricht, wir ein Teil des Gehalts einbehalten. Tritt man dann seine Reise an, muss man seinen Job nicht kündigen, sondern lässt sich für die Zeit beurlauben oder freistellen und der Arbeitgeber zahlt während der Abweisenheit den vorher einbehaltenen Teil des Gehalts wieder aus. Diese Methode hat zwei entscheidende Vorteile. Erstens wartet der alte Job nach Rückkehr von der Traumreise noch einen (das muss nicht zwangsläufig ein Vorteil sein ;-)). und zweitens laufen aufgrund der weiter fließenden Gehaltszahlungen auch die Sozialversicherungen weiter.

Wir haben uns hingegen für die etwas radikalere Möglichkeit entschieden. Wir haben Job und auch Wohnung gekündigt, da es eher unwahrscheinlich ist, dass wir nach unserem Afrika-Trip wieder nach Hamburg zurückkehren werden. Etwas gewagt? Vielleicht, aber dafür sind wir frei in unseren Entscheidungen und niemandem gegenüber verpflichtet. Sozusagen vogelfrei. Wir werden darüber berichten, ob wir nach unserer Rückkehr wieder erfolgreich in die Gesellschaft integriert werden konnten….

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